Schwerhörigkeit

Ursachen und Feststellung einer Schwerhörigkeit (Hypakusis)

Der Schall gelangt auf zwei Wegen zum Hörorgan ins Innenohr. Zum einem durch die Luft über den Gehörgang und zum andere durch die Knochen. Hier wird der Schädelknochen in für uns nicht wahrnehmbare Schwingungen versetzt, die das Innenohr erreichen. Anatomische Veränderungen oder Dysfunktionen, wie zum Beispiel bei einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit, können also Ursache einer Hörminderung sein. Diese werden zumeist chirurgisch behandelt. Weitere mögliche Ursachen: Rauchen, Hörsturz, Mittelohr- oder Gehörgangsentzündung, Lärm, Knall- oder Explosionstrauma, Tinnitus.

Altersbedingte, sensorineurale Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit Symptome und UrsachenAm häufigsten sind Hörminderungen auf Innenohr-Schwerhörigkeiten zurückzuführen. Der Schall gelangt also ohne Behinderung durch den Gehörgang und die Knochen zum Innenohr. Dieses ist allerdings nicht leistungsfähig genug, um den Schall ohne Einschränkung weiterzuleiten. Die Ursache ist also im Innenohr selbst, auch Hörschnecke genannt, und/oder dem zum Gehirn führenden Hörnerv zu suchen. Man spricht daher von einer sensorineuralen Schwerhörigkeit. In den meisten Fällen liegt der Grund in einer Funktionseinschränkung der der Haarsinneszellen. Aufgrund der täglichen Geräuscheinwirkungen verbersten ihre feinen Härchen und verkleben mit der Zeit. Dieser fortlaufende Prozess wird Presbyakusis genannt. Man spricht auch von Altersschwerhörigkeit. Zuerst sind vom Zerbrech- und Verklebungsprozess die Zellen am Eingang der Hörschnecke (Cochlear) betroffen. Diese sind für die hohen Frequenzen zuständig. Dadurch bemerkt man eine Schwerhörigkeit zumeist am schlechteren Verstehen bestimmter Konsonanten wie „f“, „s“, „th“ oder „k“. Die Sprache wird also unverständlicher. Das Ergebnis: der Gesprächspartner muss lauter sprechen. Es werden also nur noch höhere Lautstärken zur Kompensation wahrgenommen. Innenohrschwerhörigkeiten können daher sehr gut mit Hörgeräten ausgeglichen werden, denn sie verstärken den Schall im Mittelohr frequenzspezifisch.

Schwerhörigkeit frühzeitig erkennen und behandeln

Durchschnittlich vergehen 7 Jahre bis zum Hörgerätekauf. Nach Meinung der Experten ist das eine viel zu lange Zeit, denn im Zeitverlauf verlernt das Gehirn regelrecht die Klänge. Zuerst betroffen sind Blätter- oder Wasserrauschen oder das Rascheln einer Zeitung. Dann folgen Sprachkonsonanten, Klingeltöne und Musik. Den Verlust der Sprache kann das Gehirn noch kompensieren, zum Beispiel durch den Zusammenhang der Wörter an sich oder durch das Beobachten von Lippen. Die Töne allerdings sind für das Gehirn nicht quasi nicht mehr existent. Umso „schlimmer“ wird es dann, wenn Hörgeräte diese wieder hörbar machen. Für das Gehirn eine enorme Herausforderung nach Jahren der Stille. Daher wird das Hören mit Hörgeräten, obwohl exakt auf die Hörminderung eingestellt, anfänglich als unangenehm empfunden.

Wie können Sie eine Schwerhörigkeit feststellen?

Nur ein professionell durchgeführter Hörtest beim Hörgeräteakustiker oder HNO-Arzt gibt Aufschluss. Die folgenden Fragen erlauben jedoch eine erste Indikation. 

Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe

  • Haben Sie öfters das Gefühl, dass Ihre Gesprächspartner undeutlich sprechen?
  • Müssen Sie in Gesprächen öfters nachfragen?
  • Beugen Sie sich zu Ihrem Gesprächspartner, um ihn besser zu verstehen?
  • Haben Sie Verständnisschwierigkeiten, insbesondere wenn durcheinander gesprochen wird?
  • Verstehen Sie Ihre Gesprächspartner beim Telefonieren öfters schlecht?
  • Haben Sie Probleme, sich auf einer lauten Party oder in einer gut besuchten Gaststätte zu unterhalten?
  • Wurden Sie schon mal auf einen zu lauten Fernseher oder ein zu lautes Radio angesprochen?
  • Sind Sie älter als 50 Jahre?

Weitere Informationen erhalten Sie im Artikel Hörtest.