Erstversorgung – Diese Technologien machen den Unterschied. Teil 3: Starkey

Erstversorgung – Diese Technologien machen den Unterschied. Teil 3: Starkey

In unseren letzten beiden Teilen der Artikelserie „Erstversorgung – Diese Technologien machen den Unterschied“ stellten wir Features und Funktionen von Widex und GN ReSound vor, die Erstversorgten bei der Eingewöhnung ihrer Hörsysteme helfen sollen. Widex setzt vor allem auf natürlichen Klang und präzise Schallverarbeitung, die dem Nutzer möglichst wenig Umgewöhnung abverlangt. GN ReSound kann wegen M&RIE, dem zusätzlichen Mikrofon im Hörer, mit besonders räumlichem Verstehen punkten. Nun ist der US-amerikanische Hörgerätehersteller Starkey an der Reihe – und auch der hat einiges in petto.

Starkey-Features schaffen ein holistisches Gesamtkonzept für Schwerhörige

Starkey verfolgt einen etwas anderen Ansatz, wenn es darum geht, Erstträger für sich zu gewinnen: Durch die Verschmelzung von Hörtechnologien mit Gesundheits- und Komfortfeatures hat Starkey ein holistisches Gesamtkonzept entwickelt, das Schwerhörige nicht nur beim Hören unterstützt. Evolv AI, die aktuelle Spitzengeneration des Herstellers, schafft mit ihrem Sturzsensor, der Doppeltipp-Bedienung, dem Edge Modus und der Thrive App eine Alltagsumgebung, die Hören, geistige und körperliche Fitness mit Lifestyle-Features vereint.

Vier einzigartige Features von Starkey

Sturzalarm

Tipp-Steuerung

Edge Modus

Thrive App

Die integrierten Neigungssensoren erkennen, wenn die schwerhörige Person stürzt. Das Hörsystem sendet anschließend eine SMS mit dem Standort an bis zu drei vorher festgelegte Notfallkontakte. Die Benachrichtigung erfolgt automatisch oder manuell.

Der integrierte Bewegungssensor ermöglicht auch eine zusätzliche Steuerungsoption der Hörsysteme. Tippt man zweimal aufs Ohr, erkennt das Hörsystem dies als Interaktion. Der Hörakustiker kann den Doppeltipp verschiedenen Aktionen zuweisen.

Via Doppeltipp oder App aktiviert, leitet der Edge Modus eine KI-gestützte Analyse der Umgebung ein. Daraufhin passt er die Verstärkung, die Komfort-Features und die Richtmikrofone an die Situation an und schafft ein Plus an Kontrast und Sprachverstehen.

Die Thrive App ist ein persönlicher Assistent, der den Nutzen der Hörsysteme in Kombination mit einem Smartphone immens erweitert. Sie beinhaltet unter anderem den Wellness Score, der Aufschluss über die geistige und körperliche Fitness gibt und zum Training anregt.

Das Risiko zu stürzen, steigt mit dem Alter und dem Grad der Schwerhörigkeit. Der Sturzalarm gibt hier zusätzliche Sicherheit ohne Mehraufwand, ähnlich wie ein Airbag im Auto.

Durch die Tipp-Steuerung lassen sich die Hörsysteme per Fingertipp intuitiv steuern – ideal, um den Edge Mode zu aktivieren, die Hörsysteme lauter und leiser zu stellen oder das Hörprogramm zu wechseln.

In herausfordernden Hörsituationen hat der Nutzer die Möglichkeit, eigenmächtig und sofort KI-basierte Klangverbesserungen vorzunehmen. Er behält dadurch selbst die Kontrolle und spürt sofortige Hörverbesserung.

Der Hörgeräteträger behält die Kontrolle über seine geistige und körperliche Fitness und kann darüber hinaus viele Hörgeräteeinstellungen selbst vornehmen.

Ab Evolv AI 1000, Livio Edge AI 2400

Ab Evolv AI 1000, ab Livio AI 1000

Ab Evolv AI 1600, Livio Edge AI

Ab Evolv AI 1000, ab Livio AI 1000

Sturzalarm: Sicherheit immer dabei

Einige Studien bestätigen, dass mit dem Hörverlust auch das Sturzrisiko steigt. 2012 fand man beispielsweise heraus, dass für jede Zunahme des Hörverlusts um 10 dB das Sturzrisiko ums 1,4-fache steigt. Faktoren wie Alter, Diabetes, Bluthochdruck oder Schlaganfall waren dafür nicht signifikant ausschlaggebend. Deshalb integrierte Starkey eine Technologie, die erkennt, wenn der Träger stürzt. Starkeys Sturzalarm sendet dann eine SMS an bis zu drei voreingetragene Notfallkontakte. Es lässt sich frei einstellen, ob die Kontakte nach einem Sturz automatisch alamiert werden oder erst nach manueller Freigabe durch ein langes „Drücken und Halten“ in der Thrive Hearing Control App.

Wird der Alarm fehlerhaft ausgelöst, kann er innerhalb von 60 oder 90 Sekunden durch Drücken des Bedienelements am Hörsystem unterbrochen werden. Die Empfindlichkeit des Sturzalarms kann in der Thrive App angepasst werden. Der Sturzalarm wird von Sprachansagen unterstützt, die zu erkennen geben, ob der manuelle Alarm erfolgreich ausgelöst wurde, ein Sturz automatisch erkannt wurde, mindestens ein Notfallkontakt den Empfang der SMS bestätigt hat oder der Alarm erfolgreich abgebrochen wurde. Ein Ton wird abgespielt, falls bei der Übertragung der Warn-SMS oder beim Abbruch des Alarms ein Fehler aufgetreten ist.

Tipp-Steuerung: Intuitiv und diskret

Mit der Tipp-Steuerung hat Starkey bereits bei der Vorgängergeneration Livio AI ein Feature etabliert, das man eigentlich aus der Hearable-Welt kennt. Bei Starkey Hörsystemen ist sie – genauso wie die anderen Bedienelemente – vom Hörakustiker frei mit Funktionen belegbar. Via Doppeltipp aufs Ohr kann der Nutzer dann zum Beispiel Audio-Streaming starten oder stoppen, Programme wechseln oder auch den Edge Modus aktivieren.

Ermöglicht durch die Bewegungssensoren, welche auch der Sturzalarm nutzt, liegt der Vorteil der Tipp-Steuerung ganz klar beim komfortablen Nutzen. Im Alltag möchten gerade Erstnutzer so wenig wie möglich von den Hörsystemen eingeschränkt werden. Werden die wichtigsten Funktionen – ähnlich wie bei Bluetooth-Earbuds – einfach via Doppeltipp aufs Ohr gesteuert, integrieren sich die Hörsysteme deutlich sanfter ins Leben, ohne den Alltagsfluss zu sehr zu unterbrechen.

Edge Modus: Sofortige Hörverbesserung mit KI

Mit dem Edge Modus entwickelte Starkey einen KI-basierten „Versteh-Booster“. Trotz fein abgestimmter Automatik geraten Hörsysteme in manchen Situationen an ihre Grenzen – vor allem dann, wenn ein hoher Umgebungslärmpegel herrscht. Hier schafft der Edge Modus Abhilfe. Nach Aktivierung über die Thrive App oder per Doppeltipp auf die Hörsysteme scannt er die Umgebung und nimmt daraufhin eine temporäre Echtzeitanpassung der Klangeinstellungen vor. Mithilfe von künstlicher Intelligenz und durch Abgleich von Unmengen ähnlicher Szenarien kann so die bestmögliche Einstellung für die vorherrschende Situation getroffen werden.

Der Edge Modus ist beliebig oft durchführbar und vor allem in Verbindung mit der Doppeltipp-Steuerung völlig intuitiv in den Alltag integrierbar. Gerade Hörgeräte-Einsteiger haben manchmal Sorge, das Gefühl zu bekommen, der Technik ausgeliefert zu sein – insbesondere in anspruchsvollen Geräuschsituationen. Durch die Möglichkeit, gegen schwierige Klangverhältnisse selbst etwas tun zu können, hat der Nutzer Kontrolle über sein Hören und ist dadurch eher bereit, das Hörsystem in jeder Hörumgebung zu tragen.

Thrive Hearing Control App: Hören und mehr immer unter Kontrolle

Es gehört heute zum Standard, dass Hörgeräte via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden können. Hersteller bieten dazu Apps an, über die sich die Lautstärke oder die Richtwirkung der Mikrofone steuern oder bestimmte Funktionen aktivieren und deaktivieren lassen. All das kann die Thrive Hearing Control App selbstverständlich auch. Starkeys ganzheitliche Philosophie rückt jedoch ein anderes, einzigartiges App-Feature in den Fokus: den Wellness Score. Wohl wissend, dass mit dem Alter körperliche und geistige Aktivität abnehmen, hat der Hersteller in die Thrive Hearing Control App einen Aktivitätstracker integriert, der in Form eines „Wellness Scores“ Aufschluss über die körperliche und geistige Aktivität geben.

Am Tag können maximal 200 Punkte erreicht werden, wenn alle persönlichen Ziele absolviert wurden. Diese 200 Punkte wiederrum setzen sich aus jeweils 100 Punkten in den Unterkategorien Activity (z.B. wie viele Schritte gemacht wurden) und Engagement (z.B. wie lange man die Hörgeräte getragen hat) zusammen. Neben der Thrive Hearing Control App gibt es ab Technologiestufe 1000 die Thrive Care App. Diese ist für Angehörige gedacht, und gibt ihnen Einblick in die Tragegewohnheiten und die Aktivitäten der Hörgerätenutzer. Die Thrive Hearing Control App beinhaltet daneben viele weitere Funktionen: Find My Phone lokalisiert nach der Sprachaufforderung „Finde mein Telefon“ ein verlorenes Smartphone, indem ein Ton abgespielt wird. Sprache-zu-Text diktiert gesprochenes Wort in Emails oder Notizen und die Übersetzungsfunktion ermöglicht die Verständigung zum Beispiel im Ausland. Ein über die App durchgeführter Selbsttest überprüft die Hörsysteme auf ihre einwandfreie Funktion, auch ohne Hörakustiker.


Zum Weiterlesen:

Erstversorgung - Diese Technologien machen den Unterschied. Teil 1: Widex

Erstversorgung - Diese Technologien machen den Unterschied. Teil 2: GN ReSound


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