Nach wie vor ein Problem: Maskenalltag und Hörgeräte

Nach wie vor ein Problem: Maskenalltag und Hörgeräte

Apothekenumschau gibt Maskentipps

Vor einiger Zeit noch kaum vorstellbar, prägt der Mundschutz heute das Alltagsbild. Die Maske versinnbildlicht, wie schnell Menschen sich an neue Umstände gewöhnen können. Einer bestimmten Personengruppe fällt die Umstellung jedoch nach wie vor schwer. Hörgeschädigte Personen leiden unter dem dumpfen Klang der Stimmen, den fehlenden Mundbildern und der Angst, Hörgeräte beim Absetzen der Maske zu verlieren. Ein jüngst in der Apothekenumschau erschienener Artikel ruft diese altbekannte, aber dennoch aktuelle Problematik erneut ins Bewusstsein.

Aufmerksam an- und ablegen

Für Hörsysteme-Träger ist beim An- und Ablegen der Maske Vorsicht geboten. Nichtsdestotrotz kommt es vor, dass sich Hörgeräte beim Absetzen unbemerkt aus dem Ohr lösen. „Das Problem ist, dass man es manchmal nicht sofort merkt, wenn das Hörgerät weg ist“, so Andreas Bögl, Hörakustiker und Präsident des Fachverbandes Deutscher Hörakustik im Gespräch mit der Apothekenumschau.

Um diese Gefahr möglichst gering zu halten, empfiehlt er statt der Masken mit Gummibändern solche, die am Hinterkopf zugebunden werden können. Extra für Menschen mit Hörgeräten entwickelt, helfen auch spezielle Plastik-Haltehilfen für den Hinterkopf, in die die Gummibänder der Maske ganz einfach eingehängt werden.

Auch die Europäische Union der Hörakustiker (EUHA) hat sich im Sommer letzten Jahres bereits mit dem Dilemma Maske und Hörgeräte auseinandergesetzt und Tipps zum gefahrlosen An- und Ablegen des Mundschutzes bereitgestellt. Das Video dazu finden Sie hier.

Maskenträgern das Verstehen erleichtern

Dämmwirkung verschiedener Mund-Nasen-Masken
© Hörhaus Tuttlingen

Eine Hilfestellung für viele, die sich auch an den Lippenbewegungen orientieren: Masken mit Sichtfenster. Seit dem 10. Dezember sind diese Alternativen aufgrund geänderter Anforderungen an Mund-Nasen-Bedeckungen jedoch nicht mehr zulässig. Umso wichtiger ist demnach die Kompensierung der gedämpften Stimmen durch die Hörgeräte selbst.

Genau hierfür entwickelten Hörgerätehersteller wie auch HörakustikerInnen Strategien. Der Hörgerätehersteller Signia beispielsweise integrierte einen Maskenmodus in die Signia App, der die gedämpften Frequenzen bis zu einem gewissen Grad aufhellen kann. Auch Hörakustiker helfen gerne dabei, individuelle Höreinstellungen anzupassen und zu programmieren.

Oberste Priorität: Rücksicht nehmen

Eine endgültige Lösung sieht Andreas Bögl jedoch nicht: „Für Menschen mit Hörgerät wird es immer schwieriger sein, ihr Gegenüber durch den Mundschutz zu verstehen“. Umso mehr gilt in dieser Zeit also auch gegenüber hörgeschädigten Menschen: Rücksicht nehmen, langsam und deutlich sprechen, Störgeräusche vermeiden – dann klappt das Gespräch auch mit Maske.

Wenn Sie aufgrund der Masken unter Verständigungsproblemen leiden, kann ein Hörverlust dafür verantwortlich sein. Vereinbaren Sie gerne einen Termin bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe und lassen Sie sich beraten.


Zum Weiterlesen:

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Credits

Foto von Charlotte May von Pexels

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