Sonova: Weniger Umsatz, aber mehr Gewinn

Sonova: Weniger Umsatz, aber mehr Gewinn

Der Blick auf das Geschäftsjahr von Sonova bedingt zuallererst einer Überlegung: Es beginnt am 1.4. und endet zum 31.3. des Folgejahres. Das Geschäftsjahr 2020/ 2021 startete also mit einer Lockdown-Phase, die weltweit unterschiedlich begann und gehandhabt wurde. Es folgte ein halbwegs normaler Sommer und erneute Lockdowns ab Herbst bis in den Frühling hinein. Insgesamt steuerte den Konzern solide durch das Jahr, kauft sogar Aktien zurück und schaut optimistisch nach vorn.

Das Geschäftsjahr 2020/21 in Zahlen

Der Umsatz der Sonova Gruppe sank im Geschäftsjahr 2020/21 um 6,8 Prozent in Lokalwährungen auf umgerechnet 2,34 Mrd. Euro (2,60 Mrd. Franken, -10,8 % in Schweizer Franken). Bereinigt um Restrukturierungskosten, eine Wertberichtigung früher kapitalisierter Entwicklungskosten und einen einmaligen Ertrag in Höhe von 113 Mio. Euro aus einer erfolgreichen Patentverletzungsklage von Advanced Bionics belief sich der EBITDA auf umgerechnet 550 Mio. Euro. Das entspricht einem Anstieg um 5,6% in Lokalwährungen.

Im vergangenen Geschäftsjahr sank die Zahl der Mitarbeitenden um 4,5 Prozent bzw. circa 700 Vollzeitstellen auf 14.500. Dies sei auf „die im Juli 2020 angekündigten Initiativen zur Optimierung der Betriebsstrukturen zurückzuführen“ heißt es in der Mitteilung.

Umsatz und Rendite im Jahresverlauf
© Sonova

Solides Hörgeräte-Geschäft

Eine haltbare Erholung im Hörgerätegeschäft wurde von Frankreich, Deutschland, den nordischen Ländern und der Schweiz getragen, die alle einen Umsatz über dem Vorjahresniveau erzielten.

Das Hörgeräte-Segment bei Sonova besteht bekanntermaßen aus den Hörgeräten sowie den Vertrieb eben dieser über die Audiological Care-Sparte, sprich über den weltweiten Fachhandel. Der Mitteilung nach konnte über das Jahr hinweg dieser wichtigste Geschäftsbereich die Marktentwicklung übertreffen und Anteile gewinnen.

Der Umsatz des Hörgerätegeschäftes an sich sank aufgrund des allgemeinen, rückläufigen Marktes aufgrund der COVID-19- Pandemie für das Gesamtjahr zwar um 6,1 %, allerdings kehrte das Segment im zweiten Halbjahr zu einem Wachstum von 6,5% zurück. Als Grund wird hier auch die Einführung der neuen Plattform Phonak Paradise mit dem Klangverarbeitungs-Chip, namens PRISM (Processing Real-time Intelligent Sound Management im August 2020 angeführt.

Fokus: Sonova Fachhandel

Stolz ist man auf das Audiological-Care-Geschäft. Hier erzielte der Konzern gute Fortschritte und ist sichtlich stolz auf den ganzheitlichen Ansatz: professionelle Betreuung, das umfangreiche Portfolio und die den engen Kontakt. Ob im persönlichen Gespräch, telefonisch und online: Die Kundinnen und Kunden haben selbst die Wahl, wie sie mit ihrem Hörakustiker interagieren.

Auch Sonova verfolgt zunehmend einen Omni-Channel-Ansatz. Systeme und Abläufe wurden weiter standardisiert, das Netzwerk an Fachgeschäften optimiert und die Ressourcen zur Generierung von Kaufinteresse («Lead-Generation») erweitert. Zudem wurde der Ausbau des Netzwerks von „World of Hearing“-Fachgeschäften beschleunigt. Immerhin konnte die Zahl der Standorte auf zehn erweitert werden. In Münster eröffnete Ende 2020 das erste Geschäft dieser Art.

Markteintritt in China

Sonova ist auf Tencent Health, einem Teil der WeChat Plattform, die täglich von mehr als 1,3 Milliarden Chinesen genutzt wird, und auf Alibaba Health, Teil der der größten eCommerce-Plattform des Landes, präsent. Hier können sich interessierte Verbraucher informieren, einen digitalen Selbsthörtest machen und einen Termin in einem der insgesamt mehr als 300 Einzelhandelsgeschäfte buchen, mit denen Sonova vor Ort kooperiert. Von diesem Engagement verspricht sich Sonova durchaus einiges.

Der Konzern schaut offenbar optimistisch in die Zukunft: Der Verwaltungsrat hat für das Geschäftsjahr 2021/22 ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu CHF 700 Mio. genehmigt. Das entspricht circa 4 % aller Aktien und wird dem Kurs weiterhin guttun. Man erwartet für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Umsatzwachstum von 24 bis 28 %. Insgesamt kamen die Nachrichten zusammen mit der Übernahme von Sennheiser bei den Analysten gut an. 



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