EUHA 2018 Trend: Im-Ohr-Hörsysteme mit Bluetooth

Veröffentlicht am 24.10.2018
EUHA 2018 Trend: Im-Ohr-Hörsysteme mit Bluetooth

Gut vernetzt: die neuen Im-Ohr Hörgeräte von Signia, Audio Service, Oticon und Bernafon

Der Trend, immer kleiner und zudem multifunktionaler werdende Hörsysteme auch für das diskrete Tragen im Ohr zu kreieren, zeichnete sich besonders auf der diesjährigen 63. Fachausstellung für Hörakustiker vom 17.-19. Oktober 2018 in Hannover ab. Dabei stellten Hersteller, wie Signia, Audio Service, Oticon und Bernafon ihre Im-Ohr-Entwicklungen mit integrierter 2,4 GHz Bluetooth LE-Konnektivität vor.

Nur mit dieser lassen sich die kleinen, oftmals geheimen Knöpfe im Ohr mit einem Smartphone verbinden, Musik und Telefonate streamen und mit den passenden Apps der jeweiligen Hersteller komfortabler und vor allem vielfältiger bedienen und nutzen. Doch dazu später mehr.

IdO´s mit Bluetooth – Mit technischem Kalkül gefertigt.

Im Interview Michael Bulk, Entwicklungsleiter bei Audio Service, und Carsten Braun, Leiter der Audiologie bei Bernafon

Die ersten Im-Ohr Hörsysteme, die sich mit einem Smartphone verbinden können, wurden bereits 2015 vom Pionier für smarte Hörgeräte mit dem Hörsystem ReSound LiNX² eingeführt.

Doch was schier nach einem simplen, kleinen und funktionsgebenden Bauteil klingt, welches scheinbar einfach zusätzlich in die Schale der Im-Ohr-Hörgeräte gepackt werden muss, gilt in der Praxis als echte Herausforderung.

Anders wie beim großen Bruder, dem Hinter-dem-Ohr Hörsystem, muss die Anordnung der Bauteile bei maßgeschneiderten Im-Ohr-Hörsystemen für jedes einzelne Gerät anatomiegerecht bei jedem Im-Ohr-Modell aufs Neue bestimmt werden.

Dabei sind die Länge der 2,4 GHz-Antenne, die korrekte Positionierung und der barrierefreie Weg zwischen Smartphone und Im-Ohr Hörsystem entscheidend für die Qualität der Übertragung des Bluetooth-Signals (Audio Streaming). Mit technischem Kalkül verfolgt dabei jeder Hersteller eine raumsparende Bau-Variante zur kleinstmöglichen Fertigung von IdO´s mit Bluetooth. Dennoch darf die Bluetooth-Antenne nicht zu tief im Gehörgang sitzen, da die Streaming-Qualität sonst von der Ohrmuschel behindert werden kann.

So wird bei Signia Insio Nx, Audio Service Ida BT, Oticon Opn IdO und bei Bernafon Zerena IdO die 2,4 GHz-Antenne platzsparend ganz oben in die Faceplate, dem sogenannten Deckel der Im-Ohr-Schale, integriert. Für eine möglichst barrierefreie Übertragung und damit störungsfreiem Audio Streaming werden diese IdO´s mit Bluetooth aktuell in der kleinen Bauform Kanalgerät (CT) und sowie im größeren Conchagerät (ITC/ ITE) mit leistungsstarker 312er-Batterie angeboten.

Mehr als nur ein Hörgerät: Mit Bluetooth wirds multifunktional.

Bauteile eines Im-Ohr-Hörgerätes mit Bluetooth.

Sind Im-Ohr Hörsysteme mit einer Bluetooth-Low-Energy Konnektivität ausgestattet, lassen sie sich bequem über die jeweilge herstellerspezifische App mit jedem Bluetooth-fähigen Smartphone verbinden. Während iPhone, iPad und iPod für das direkte Audio Streaming auf Zubehör verzichten können, benötigen Android-Systeme dafür aktuell noch einen kleines ansteckbares Zubehör.

Als multifunktionale Schaltzentrale bildet das Smartphone die Schnittstelle zwischen Hörsystem und zahlreichen App-Anwendungen, die das Tor für ein leichteres Hören im Alltag öffnen können. Per Knopfdruck lassen sich zum Beispiel Telefongespräche, entspannende Hörspiele oder stimmungsvolle Musik via Audio Streaming direkt in beide Hörsysteme gleichzeitig übertragen und erleichtern damit das Hören.

Smartphone als treuer Begleiter und Türöffner

Auch eine Hörgeräte-Fernbedienung kann durch das Smartphone ersetzt werden. Völlig diskret und für Außenstehende unerkannt, lässt sich über das Display des Smartphones die gewünschte Hörgeräte-Lautstärke, sowie der Klang nach eigenem Geschmack anpassen und bei Bedarf in ein optional eingestelltes Situations-Programm wechseln. Das zusätzliche Sehen, was man sich über das Display gerade einstellt, schenkt noch einmal mehr Sicherheit im Umgang mit den eigenen Hörsystemen.

Zudem erleichtert die Bluetooth-Konnektivität auch die Anbindung von Zubehör, wie zum Beispiel einem TV-Adapter, mit dem der nächste Tatort zum spannenden Ohrenschmaus wird. Die direkte Übertragung des Fernsehtons via Audio Streaming erleichtert nicht nur das Verstehen, sondern lässt auch Hintergrundmusik facettenreich wahrnehmen und schenkt dadurch neuen Hörgenuss beim Fernsehen.

Doch ein Ende möglicher Apps und Anwendungsfelder ist noch nicht in Sicht. Lassen sich bereits jetzt schon Simultanübersetzung einer anderen Sprache oder auch einer Sprachausgabe von Textnachrichten des Smartphones, direkt in die Hörsystemen übertragen und damit hörbar werden. Es bleibt also spannend, was demnächst bei Im-Ohr-Hörgeräten mit Bluetooth alles möglich sein wird.


Unser Fazit:

Bluetooth bei Endgeräten ist schon lange normaler Alltags-Standard, der das Bedienen per App nicht nur komfortabler, sondern auch flexibler gestaltet. Mit dem Einzug der Bluetooth-Low-Energy Konnektivität bei Im-Ohr-Hörsystemen eröffnen sich für den Träger neue Möglichkeiten, die sich über die Grenzen des reinen Hörverstärkers hinausbewegen. Unser Tipp: Probieren Sie es aus und nutzen Sie die Angebote der Hörakustiker für ein kostenloses Probetragen von Im-Ohr-Hörsystemen mit Bluetooth.