Neue Studie: größeres Risiko für Schlaganfall nach Hörsturz

Veröffentlicht am 25.01.2018
Schlaganfall nach Hörsturz

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Hörsturz und höherem Schlaganfallrisiko
Bild: geralt/ Pixabay

Nach einem Hörsturz erhöht sich das Schlaganfallrisiko

Wie eine neue Studie des HNO-Spezialisten Jong-Yeup Kim von der Universität Konyang in Daejeon (Südkorea) jüngst offenbarte, erhöht sich das Risiko eines Schlaganfalls nach einem Hörsturz deutlich. In dieser Studie wurden 154 Hörsturzpatienten über einen Zeitraum von elf Jahren beobachtet und mit unbelasteten Patienten verglichen.

Doppelt so hohes Risiko eines Schlaganfalls

Die Studie zeigte, dass in 13,5 Fällen je 1000 Personenjahre ein Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgetreten ist. Das bedeutet, dass während dieser Zeit 18 Patienten nach einem Hörsturz einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten. Durch eine den Hörsturzpatienten gegenüber gestellte Patientengruppe wurden diese Ergebnisse verglichen und ausgewertet. Dabei stellte sich heraus, dass bei den Hörsturzpatienten Schlaganfälle doppelt so häufig auftraten, als bei der Vergleichsgruppe.

Ursache für erhöhtes Risiko noch ungeklärt

In welchem Zusammenhang ein Hörsturz mit Schlaganfällen steht, ist noch nicht mit absoluter Sicherheit geklärt. Allerdings gehen Mediziner davon aus, dass der Hörsturz durch eine verminderte Durchblutung des Innenohrs verschuldet ist. Durch die Unterversorgung des Innenohrs kann es zu Verklumpungen in den Blutgefäßen kommen, wodurch nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe transportiert werden können.

Problematisch bei der neuen Studie ist allerdings, dass keine Daten zu relevanten Faktoren vorlagen. Das bedeutet, dass man nicht abgeklärt hat, ob die Patienten nicht von vornherein ein erhöhtes Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden.

Vergleichbare Studie lieferte ähnliches Ergebnis

Eine ältere Langzeitstudie von der Universität Taipei in Taiwan ergab, dass ein Hörsturz durchaus ein möglicher Vorbote eines Schlaganfalls sein kann. Während dieser Studie wurden Versicherungsdaten von 7.115 Personen ausgewertet. Von den Personen waren 1.423 Patienten mit akutem Hörsturz und die restlichen 5.692 Personen waren in der Kontrollgruppe ohne Beschwerden am Ohr. Die Auswertung ergab, dass 12,7 Prozent der Teilnehmer mit Hörsturz in einem Zeitraum von fünf Jahren einen Schlaganfall erlitten. In der Kontrollgruppe erlitten hingegen nur 7,8 Prozent einen Schlaganfall im selben Zeitraum.

Empfehlung daher:

Auf Grund der Erkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen Hörsturz und Schlaganfall wird empfohlen, dass Hörsturzpatienten über einen längeren Zeitraum kardiologisch betreut werden, um einen möglichen Infarkt oder Schlaganfall frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.