Neuer Audio-Standard der WHO soll junge Menschen vor bleibenden Hörschäden schützen

Veröffentlicht am 28.02.2019
Neuer Audio-Standard der WHO soll junge Menschen vor bleibenden Hörschäden schützen

„Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist…“ ist nicht nur ein tiefsinniges Lied von Herbert Grönemeyer, sondern auch der Hörtrend vieler junger Menschen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen 1,1 Milliarden der jungen laut-Hörer vor dem Risiko einer bleibenden Schwerhörigkeit. Ein neuer Lautstärke-Standard für Audiogeräte soll das Bewusstsein für Lautstärke wieder regulieren und aktiv vor drohenden Lärmhörschäden schützen. Wie viele Hersteller jedoch dem freiwilligen Audio-Standard der WHO nachkommen, bleibt fraglich.

Knapp 50 Prozent der globalen Bevölkerung zwischen 12 und 35 Jahren sind laut WHO gefährdet einen dauerhaften Hörschaden durch die Beschallung mit lauten Geräuschen zu erleiden. Auch laute Musik trägt dazu bei. Und doch fehlt gerade in der jüngeren Generation das Verständnis dafür, dass ein einmal verlorenes Hörvermögen nicht mehr zurückkommt, erklärt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Gemeinsam mit der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) ruft die WHO Regierungen und Hersteller auf, den neuen WHO-ITU H.870-Standard in zukünftigen mobilen Audio-Geräten, wie Smartphones und MP3-Player, freiwillig zu integrieren.

Verständnis für Lautstärke wecken statt Verbote

Eine ohrgesunde Lautstärke kann vor Hörschäden
schützen. Lauschen Sie doch einfach mal Herbert Grönemeyers "Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist".

Statt Verbote setzen WHO und ITU gemeinsam auf das Bewusstwerden einer gesunden Lautstärke-Wahrnehmung. Gerade bei jungen Menschen ist eine gesunde Lautstärkeempfindung enorm wichtig und kann letztendlich vor Hörschäden schützen.

Der neue Audio-Standard WHO-ITU H.870 erlaubt es Nutzern selbst zu entscheiden, ob sie die Lautstärke Ihrer Musik gesundheitsbewusst oder eher ohrenfeindlich einstellen. Zum fundierten Vergleich misst ein Programm des Smartphones die Dauer und Lautstärke der gehörten Musikportion und erstellt ein persönliches Hör-Profil. Parallel dazu wird dieses mit prozentualen Referenzwerten verglichen und dem Nutzer mitgeteilt, wie gesund der Lautstärkegenuss für seine Ohren ist.

Auch eine Limitierung der Lautstärke ermöglicht der WHO-ITU Audio-Standard. So können Eltern die Kontrolle über das Hörverhalten ihrer Kinder erhalten und nebenbei wertvolle Tipps zum gesundheitsfreundliches Hörverhalten im Alltag erfahren.

Regelmäßiger Hörtest auch bei jungen Menschen empfohlen

Ein gutes Gehör ist ausschlaggebend für die Entwicklung und die Bildung eines jeden Einzelnen. Lässt es sich damit auch viel leichter soziale Kontakte knüpfen und im Schul- und Berufsleben leichter orientieren. Daher ist die Durchführung eines regelmäßigen Hörtestes auch in jungen Jahren empfehlenswert. Dieser ist kostenlos und nimmt bei einem Hörakustiker nur wenige Minuten in Anspruch. Minuten, die entscheidend für das weitere Leben sein können.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Hör-Gesundheit und vereinbaren Sie für sich und Ihre Kinder einen Termin für ihren Hörtest bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe.


 Titelbild: ITU