Schiedsrichterhilfen kommen auch zur WM zum Einsatz – von Beginn an

Veröffentlicht am 30.05.2018

Kleine Schweizer Firma revolutioniert Kommunikation im Fußball

Im Jahr 1993 hatte sich der Fußballfan und Entwickler Erich Vogt mit einem Freund zusammengesetzt und über die Signalfahnen der Linienrichter im Fußball gefachsimpelt. Schon zu dieser Zeit kamen sie zu dem Schluss, dass diese Art der Kommunikation veraltet sei und überlegten, wie man das ganze vereinfachen könnte.

 

Eine Idee war geboren

Da der Schiedsrichter sich so nicht allein auf das Spiel, sondern auch auf seine Kollegen am Spielfeldrand konzentrieren musste, kam es oft zu Kommunikationsschwierigkeiten. Diese wollte Vogt mithilfe eines sprachgesteuerten Systems beseitigen und entwickelte mit der finanziellen Hilfe der FIFA einen Prototypen. Der Schiedsrichter bekam dabei ein Hörgerät, das als Empfänger diente, und der Linienrichter ein Mikrofon mit Sender. Das System war mit 40000 Franken der FIFA allerding zu kostenintensiv und der Tüftler musste erneut von vorn beginnen.

Schiedrichter kommunizieren über einen Sender in der Fahne und ein Hörgerät im Ohr.

Die EM 1996 in England mit neuer Technik

Vogt entschied sich dann dazu, doch wieder mit den Fahnen zu arbeiten. Dabei stattete er die Fahnen mit einem Sender im Griff aus, wodurch die Linienrichter dem Schiedsrichter ein Signal schicken konnten, das am Empfänger unter dessen Leibchen hörbar wurde. Damit war die Kommunikation des Schiedsrichterteams deutlich vereinfacht worden und Entscheidungen konnten schneller und präziser mitgeteilt werden.

Zurück zur Ursprungsidee und in die Zukunft

Der Tüftler wollte aber von seiner ursprünglichen Idee nicht abrücken und dank der ständig voranschreitenden Technik der Hörgeräteindustrie, probierte er die sprachgesteuerte Übertragung billiger zu gestalten. Vogt hatte die Schiedsrichterpfeifen mit einer integrierten Taste ausgestattet, so dass damit die Sprachübertragung eingeschaltet werden konnte und das Schiedsrichtergespann sich über Hörgerät und Sender verband. Damit wurden ausschließlich die spielrelevanten Informationen durchgestellt und durch die drahtlose Übertragung zum Ohr war die Bewegungsfreiheit der Schiedsrichter weiterhin gewährleistet.

Die Technik für die WM

So können Dank der rasanten technischen Neuerungen bei der Leistungsfähigkeit moderner Hörgeräte und sinkenden Kosten, die Spiele der Weltmeisterschaft besser entschieden werden und die Unparteiischen können sich voll und ganz auf das Geschehen rund um den Ball konzentrieren. Trotzdem, so sagen die FIFA und auch der Entwickler, dass „das Spiel […] von menschlichen Entscheidungen [lebt], die auch mal daneben gehen können“. Damit kann die WM 2018 mit der Elektronik als Hilfsmittel gut starten und wir unseren neuen Weltmeister küren.