Fünf faszinierende Fakten über das Hören und Hörverlust

Fünf faszinierende Fakten über das Hören und Hörverlust

Ein Großteil des Hörens läuft auf Autopilot. Unser Gehirn verarbeitet die Klänge, die unser auditives System sammelt, genauso automatisch wie wir ein- und ausatmen. Tatsächlich ist die Art und Weise, wie wir hören, ein faszinierender und manchmal mysteriöser Prozess. Und vieles, was das Gehör tagtäglich leistet, bemerken wir erst, wenn es auf einmal nachlässt – oder sogar erst sehr viel später, schließlich ist das Gehirn ein Meister darin, uns glauben zu lassen, dass unser Gehör weiterhin funktioniert. Hier sind fünf Fakten über das Hören und Schwerhörigkeit.


1. Viele Menschen mit Hörverlust haben Schwierigkeiten, Vögel zu hören

Wenn Menschen Hörgeräte bekommen, realisieren sie oft, dass sie lange Zeit keine Vögel gehört haben. Das liegt daran, dass sich Vogelgesang fast immer in hohen Frequenzen befindet. Es sind diese hohen Töne, die für die meisten Menschen mit altersbedingtem und lärmbedingtem Hörverlust schwer zu hören sind. Medizinisch wird dies als "Hochtonhörverlust" bezeichnet.

2. Lärm schädigt winzige Haarzellen im Innenohr

Auch bekannt als Stereozilien empfangen die Haarzellen im Innenohr Schallschwingungen vom äußeren Ohr und wandeln sie in elektrische Impulse um, die sie entlang des Hörnervs an das Gehirn senden. Diese Haarzellen - etwa 16.000 an der Zahl - sind wie ein Teppich in Ihrer Hörschnecke aufgerollt.

Viele Dinge können diese empfindlichen Haarzellen schädigen, aber lärmbedingter Hörverlust ist einer der häufigsten – obwohl er vermeidbar ist. Fachleute für Hörversorgung sind sich einig: Wer seine Ohren möglichst keinen Geräuschen über 85 Dezibel aussetzt, kann dauerhafte Schäden an den Haarzellen im Innenohr minimieren. Oder mit anderen Worten: Drehen Sie die Lautstärke herunter und verwenden Sie Gehörschutz, wenn Sie laute Hobbys wie Jagen oder Holzarbeiten haben.

3. Das linke und rechte Ohr verarbeiten Geräusche unterschiedlich

Wissenschaftler haben entdeckt, dass das linke und rechte Ohr Geräusche unterschiedlich verarbeiten. Das rechte Ohr reagiert stärker auf Sprache und Logik, während das linke Ohr stärker auf Musik, Emotionen und Intuition eingestellt ist. Wissenschaftler glauben, dass dies daran liegt, dass die Sprachverarbeitung hauptsächlich in der linken Hemisphäre des Gehirns stattfindet, während Musik und andere kreative Funktionen in der rechten Hemisphäre verarbeitet werden.

4. Hörverlust kann ermüden und erschöpfen

Wenn Sie feststellen, dass Sie schneller müde werden als früher, liegt es möglicherweise nicht an Ihrem Alter - es könnte an Hörverlust liegen. Wer schwerhörig ist, muss sich mehr konzentrieren, um andere zu verstehen. Möglicherweise raten Sie sogar, was die Leute sagen, indem Sie Lippen lesen, Gesichtsausdrücke und Körpersprache interpretieren.

Eine Studie des Better Hearing Institute schätzt, dass unbehandelter Hörverlust den Vereinigten Staaten jedes Jahr 56 Milliarden US-Dollar an verlorener Produktivität bei der Arbeit kostet, vieles davon kann auf Hörverlust-Erschöpfung zurückgeführt werden. Eine Umfrage des Dänischen Instituts für Sozialforschung ergab, dass bis zu ein Fünftel der Menschen mit Hörverlust die Arbeit ganz einstellen.  Und von denen, die arbeiten, sind 15 Prozent am Ende des Tages zu müde, um Freizeitaktivitäten zu verfolgen.

Glücklicherweise können Hörgeräte diese sogenannte Höranstrengung reduzieren. Wenn die Geräusche in Ihrer Umgebung verstärkt werden, benötigen Sie weniger Anstrengung, um Sprache und andere Geräusche zu hören. Viele Hörgeräte verfügen zudem über Funktionen, die den gewünschten Klang isolieren und verstärken, während Hintergrundgeräusche erheblich reduziert oder entfernt werden.

5. Hörverlust kann Gehirnleistung abbauen

Hörverlust ist eine Form der sensorischen Deprivation. Wenn dem Gehirn Höreindrucke verloren gehen, baut es ab – ähnlich wie ein Muskel, der sich rückbildet, wenn er nicht regelmäßig genutzt wird. Jüngste Forschungsergebnisse legen sogar einen Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Demenz nahe. Sobald diese auditive Deprivation eingesetzt hat, wird es immer schwieriger, verlernte Klänge wieder zu erlernen – aber es ist nicht unmöglich. Deshalb ist es besonders wichtig, frühe Anzeichen eines Hörverlusts ernst zu nehmen.

Wenn Sie bei sich einen Hörverlust vermuten, vereinbaren Sie einfach einen Termin bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe. Dieser überprüft ihr Hörvermögen und bespricht mit Ihnen anschließend weitere Schritte.

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