Digitalisierung im Gesundheitshandwerk Hörakustik

Veröffentlicht am 03.11.2017

Hörgeräte im digitalen Zeitalter 

Hörgeräte und die Digitalisierung in der Hörakustik

Wie die Bundesinnung für Hörakustik (Biha) am 17. Oktober 2017 berichtete, ist der „Babel Fish“ ab jetzt beim Hörakustiker erhältlich. Denn diese sind längst im digitalen Zeitalter angekommen. 3D-Scan und 3D-Druck laufen auf Hochtouren. Hörakustiker können per Fernwartung über den Computer ihren Kunden helfen. Sie verbinden die Hörsysteme mit Handys, dem smarten Zuhause und Apps. Hörsystemträger telefonieren mit ihren Hörsystemen und empfangen auf ihnen Sprachnachrichten.

Sogar Simultanübersetzungen sind jetzt möglich. Die Zukunftsvision von Douglas Adams‘ Babel Fish wird Wirklichkeit beim Hörakustiker. Anlässlich des 62. Internationalen Hörakustiker-Kongresses EUHA vom 18. bis 20. Oktober 2017 in Nürnberg sprach Marianne Frickel, Hörakustiker-Meisterin und Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker, über die Digitalisierung im Hörakustiker-Handwerk. 

Wie viel Digitalisierung steckt in der Hörakustik?

Die Digitalisierung ist im Beruf der Hörakustiker längst Alltag und wird an der Akademie für Hörakustik (afh) in Lübeck auf dem höchsten Stand der Technik gelehrt. Ohrpassstücke für Hörsysteme oder der passgenaue Gehörschutz werden bereits digital hergestellt und vom 3D-Drucker ausgedruckt. Per computerunterstützter Anpassung wird das Hörsystem perfekt auf den Hörverlust des Kunden eingestellt. Denn ein Hörverlust betrifft meist nur einzelne Frequenzen. Die ermittelt der Hörakustiker durch verschiedene Hörtests und gleicht sie dann aus. Erst damit kann aus dem Hören wieder Verstehen werden.

Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe

Denn Hören ist nicht gleich Verstehen. Schwerhörige hören noch, aber eben nicht mehr alles. Meistens fallen als erstes die stimmlosen Laute wie F, S und T weg. Fisch oder Tisch, Eis oder Ei werden unüberwindbare Probleme. Eine Zeitlang kann das Gehirn noch kompensieren. Am Ende ist das Verstehen aber nicht mehr möglich. Nachdem der Hörakustiker den genauen Verlust bestimmt und das Hörsystem präzise angepasst hat, trainiert er gemeinsam mit dem Kunden wieder das Verstehen. Aus Ei wird wieder Eis, auch Tisch wieder Fisch. Aber es ist noch mehr „Verstehen“ möglich. Je nach Wunsch kann sich der Kunde weitere Funktionen dazu programmieren lassen. Die Anbindung des Hörsystems an das Handy per Bluetooth beispielsweise. So telefoniert der Hörsystemträger mit seinem Hörsystem oder empfängt mit ihm Sprachnachrichten. Er kann sich mit seinem smarten Zuhause verbinden und Licht sowie Heizung regeln. Er kann per Hörsystem Apps auf seinem Handy nutzen, beispielsweise Simultanübersetzungs-Apps. Der Hörakustiker eröffnet ihm alle Möglichkeiten. Französisch, Spanisch, Hindi oder Mandarin – es gibt keine Grenzen.

Quelle: Biha
Bild: pixabay