Hörgeräteversorgung 2019: Das ist neu.

Veröffentlicht am 17.01.2019
Hörgeräteversorgung 2019: Das ist neu.

Hörgeräte direkt vom HNO-Arzt

Hörgeräteträger und Schwerhörige aufgepasst! Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat mit der der „Qualitätsinitiative Verkürzter Versorgungsweg (QVV)“ im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) einen neuen Vertrag zum Erwerb von Hörsystemen beschlossen. Dieser ist zum 1. Dezember 2018 in Kraft getreten und schenkt Versicherten der Ersatzkassen, wie Barmer, TK, HEK, DAK und HKK die Wahloption, sich nun auch direkt beim HNO-Arzt mit Hörsystemen versorgen zu lassen. Bislang war dies ausschließlich Hörakustikern vorbehalten.

Doch ist dies genauso effektiv und zufriedenstellend? Und inwieweit kann dabei auf die persönlichen Klangkomfort-Wünsche Rücksicht genommen werden?

Welche Hörgeräte gibt es beim HNO-Arzt?

Vorrangig strebt der neue vdek-Vertrag eine aufzahlungsfreie Versorgung mit Hörsystemen an. Versicherte sollen dabei die Möglichkeit haben, bis zu fünf verschiedene sogenannte Kassengeräte, ausprobieren zu können. Dabei kooperieren teilnehmende HNO-Ärzte mit Hörakustikern, die der Versicherte allerdings bei diesem Versorgungsweg nie zu Gesicht bekommt.

Das heißt, in allen Belangen rund um die Hörgeräteversorgung ist der HNO-Arzt der zentrale Ansprechpartner. Alle Anfertigungen von möglichen Ohrstücken, Durchführungen von Reparaturen oder Wartungsarbeiten an den Hörsystemen bedürfen dem postalischen Transfer zwischen HNO-Praxis und dem leistungserbringendem Hörakustiker. Auch die Einstellung der Hörsysteme erfolgt aus der Ferne via Online-Sitzung über den PC des HNO-Arztes durch den Hörakustiker.

Auf den ersten Blick erspart sich der Versicherte mit dem verkürzten Versorgungsweg den zusätzlichen Weg zu einem Hörakustiker. Doch wie flexibel kann der teilnehmende HNO-Arzt auf kurzfristig, vielleicht notwendig gewordene Terminänderungen reagieren? Und entspricht ein objektiv gut behandelter Hörverlust auch immer den subjektiven Klangvorstellungen und Komfortwünschen des Versicherten?

Tabelle: Hörgerätezuschuss der vdek-Krankenkassen in Abhängigkeit des Versorgungsweges

Leistung

Klassisch

Verkürzt

binaurale Versorgung 1.217,- 821,-
Otoplastik

33,50 x 2

31,- x 2
Reparaturpauschale 125,- x 2 105,- x 2
Summe 1.534,-

1.093,-

zzgl. 200,- Vergütung HNO
1.293,-
Ersparnis für die Kassen



241,-

Angaben Festbeträge "Klassisch" Stand 1.11.2017, alle  Beträge in €

Unser Tipp: Hörgeräte beim Fachmann erwerben

Anders wie beim verkürzten Versorgungsweg sieht der klassische Versorgungsweg die stete persönliche und individuelle Betreuung durch einen Hörakustiker vor. Die Zufriedenheit des Kunden, steht dabei an oberster Stelle. Von Angesicht zu Angesicht wird sich daher für jeden Einzelnen Zeit genommen und genau geschaut, in welchen alltäglichen Situationen das Hören wie und womit verbessert werden kann.

Zusammen mit einem Hörtest kann so die nötige Hörgeräteausstattung bestimmt werden. Zusatzeigenschaften, die über den Standard von Kassenhörgeräten hinausgehen, machen das Hören in verschiedenen Situationen oftmals angenehmer und können dadurch das Verstehen erleichtern. Die Auswahl geeigneter Hörsysteme ist daher Typabhängig und erfolgt, wie auch die Einstellung der Geräte, individuell. Dafür stehen Hörakustikern Hörsysteme, wahlweise mit Zubehör, aller Preis-Leistungs-Klassen und unterschiedlicher Hörgerätehersteller zur Auswahl.

Präzise auf den Hörbedarf eingestellt, können die verschiedenen Wirkungsweisen der Hörsysteme sogar miteinander verglichen werden. Schnell lassen sich damit genau die Hörsysteme finden, die für einen selbst am angenehmsten klingen und dabei das maximal mögliche Verstehen erzielen. Und sollte eine kleine Reparatur im Laufe der Nachsorgezeit nötig sein, kann dies ohne lange Wartezeiten, direkt im Fachgeschäft erfolgen. Längere Wartezeiten werden mit einem Leihgerät überbrückt.

Fachspezialisten rund ums Hören

Beide Versorgungswege werden von der Krankenkasse bezuschusst. Sowohl beim HNO-Arzt, als auch beim Hörakustiker sind damit aufzahlungsfreie Hörsysteme erhältlich. Entscheiden sich Versicherte für den verkürzten Versorgungsweg über einen HNO-Arzt, können sie zu jedem Zeitpunkt der Hörgeräteversorgung auch zum klassischen Versorgungsweg wechseln und damit zu einer direkten Betreuung durch einen Hörakustiker.

Aktuell bieten den verkürzten Versorgungsweg ca. 300 HNO-Ärzte in Deutschland an. Teilnehmende HNO-Ärzte finden Sie hier: www.auric-direct.de

Hochqualifizierte Hörakustiker gibt es mehr als 6.000 in Deutschland. Von Kunden weiterempfohlene Hörakustiker finden Sie hier: www.meinhoergeraet.de


Quelle:
Titelbild: Berufe.TV
Bild mit Tabelle: mhg