Musiktherapie bei Tinnitus: bessere Effekte durch besseres Hören

Veröffentlicht am 15.01.2018

Medizinisch nachgewiesen: Neuro-Musiktherapie lindert Tinnitus signifikant

Bessere Therapieerfolge durch besseres Hören.

Ein vielversprechender Ansatz zur Behandlung von Tinnitus ist die Neuro-Musiktherapie. Wie der Name bereits vermuten lässt, erfolgt die Tinnitus-Behandlung dabei mittels musiktherapeutischer Übungen. Diese werden in ihrer Lautstärke und Tonhöhe an den Tinnitus des Betroffenen angeglichen.

Das tägliche Üben mit entsprechenden Therapie-Materalien und bewusste Auseinandersetzen mit dem eigenen Tinnitus, soll Betroffenen helfen den Tinnitus zu lindern. Jedoch entspricht die subjektive Lautstärke-Wahrnehmung des Tinnitus oftmals nicht immer auch der tatsächlichen Hörfähigkeit. Wie sich ein Hörverlust auf den Therapieerfolg auswirken kann, untersuchte das Deutsche Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e. V. in einer aktuellen Studie.

Zwei Drittel aller Tinnitus-Betroffenen sind schwerhörig

Insgesamt wurden die Daten von 208 Patienten, betroffen mit einem chronischen-tonalen Tinnitus, untersucht. Auffallend war, dass bei 67 Prozent zusätzlich eine Hörminderung vorlag, jedoch nur 25 Prozent davon mit einem Hörgerät versorgt waren. Für die Studie wurden daher drei paritätische Gruppen mit vergleichbarer Tinnitusbelastung gebildet:

  • Tinnitus ohne Hörverlust (Gruppe A)
  • Tinnitus mit Hörverlust mit Hörgerät (Gruppe B)
  • Tinnitus mit Hörverlust ohne Hörgerät (Gruppe C)

Vor und nach der Tinnitus-Therapie bewerteten alle Betroffenen ihre Tinnitusbelastung in einem Fragebogen, der nach Therapie-Ende analysiert und ausgewertet wurde.

Höherer Therapieerfolg durch besseres Hören

Unabhängig der Gruppenzugehörigkeit wiesen alle Fragebogen eine signifikante Verbesserung ihrer Tinnitusbelastung am Ende der Neuro-Musiktherapie auf. Jedoch konnte eine unterschiedliche Gewichtung zwischen den Gruppen festgestellt werden. Betroffene der Gruppen A und B, reduzierten Ihre Tinnitus-Belastung um 80 Prozent. Bei Patienten der Gruppe C, die einen Hörverlust hatten jedoch kein Hörgerät in Anspruch genommen haben, lag die Reduktion der Tinnitusbelastung bei knapp 33 Prozent. Die Studie weist damit nach, dass der Therapieerfolg zur Reduktion des Tinnitus bei einer guten Hörfähigkeit um das Dreifache höher liegen kann, als mit einer unversorgten Hörstörung. Tinnitus-Betroffenen mit einer Hörminderung empfiehlt es sich daher vor Beginn der Tinnitus-Therapie eine Hörgeräteversorgung anzustreben.

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Viele Hörakustiker haben sich neben der Hörgeräteversorgung auch auf die Versorgung von Tinnitus spezialisiert. Dazu werden verschiedene Konzepte angeboten, die jeweils individuell auf den Betroffenen abgestimmt werden. Entsprechende Hörtrainings, wie beispielsweise der terzo®-Gehörtherapie, TALIS-, TRITON- oder RENOVA-Hörtraining, können zudem die Gewöhnung an das Neue Hören mit Hörgeräten erleichtern und damit zum schnelleren Beginn der Tinnitus-Therapie beitragen.

Ob ein Hörverlust vorliegt, welche Tinnitus-Therapie geeignet ist und ein Hörtraining eine Option für Sie sein kann, erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch bei einem Fachspezialisten vor Ort. Hörakustiker nehmen sich für Sie und Ihre Ohren gerne Zeit. Sichern Sie sich einfach Ihren Beratungs-Termin bequem telefonisch vorab.

Bild: pixabay