Schwerhörigkeit und Fernsehen: TV-Adapter sind die Lösung

Schwerhörigkeit und Fernsehen: TV-Adapter sind die Lösung

Fernsehen mit Schwerhörigkeit - Ein unterschätztes Problem

86 % der Schwerhörigen haben Verständnisprobleme beim Fernsehen, jedoch nutzen nur 6 % Hilfsmittel wie Bluetooth-TV-Streamer, die genau diese Problematik lösen könnten – Und das, obwohl zwei Drittel der verkauften Hörgeräte Bluetooth-fähig sind – Wir fragen uns, wie ein so wichtiges Thema so wenig Aufmerksamkeit mit sich ziehen kann.

Fernsehen spielt für Leute ab 60 Jahren eine große Rolle – das konnte bereits durch mehrere Studien belegt werden. Eine über 60-jährige Person in Deutschland sieht im Durchschnitt 331 Minuten pro Tag fern1 – das sind fünfeinhalb Stunden, also etwa ein Drittel des Tages.

Bekanntermaßen ist es ebendiese Altersgruppe, die maßgeblich von Schwerhörigkeit betroffen ist – Das Verlangen nach vergleichsweise hohem Fernsehkonsum und gleichzeitig Schwierigkeiten beim Verstehen schafft Unmut unter den Betroffenen - Eine Problematik, die es wiederum ihrerseits in einige Studien schaffte.

Nicht ohne Grund gaben bei der EuroTrak-Studie im Jahr 2018 43 % der befragten Schwerhörigen in Deutschland an, sich beim Fernsehen eine Hörverbesserung zu wünschen4. Konkreter wurde die HIM-Studie von 2019: Hier konnten die Probanden selbst Situationen auswählen, in denen Schwierigkeiten beim Verstehen auftraten. 49 % der schwerhörigen Patienten nannten Fernsehen zuerst, 37 % an zweiter Stelle – Das machte zusammen stolze 86 %, die aufgrund ihrer Schwerhörigkeit Probleme beim Fernsehen hatten3.

Die Frage ist also: Wenn diese Problematik bekannt ist und so viele betrifft – wo sind dann die Lösungen dafür? Sicher – mittlerweile Standard sind einstellbare TV-Programme in Hörsystemen. Diese können zwar immerhin ein wenig helfen, wahrer Fernsehgenuss hört sich dennoch anders an.

Mit TV-Adaptern Fernsehen genießen

Das Red Dot Award-prämierte TV Play von Widex verbindet kompatible Hörgeräte der MOMENT-, MAGNIFY-, EVOKE- und ENJOY-Serie per Bluetooth mit dem Fernseher.

Es gibt aber noch eine weitere Lösung. Diese Lösung heißt TV-Adapter bzw. -Streamer und funktioniert via Bluetooth-Streaming – und das kann kaum ein Hindernis sein, denn immerhin verfügen über 70 % aller in Deutschland verkauften Hörgeräte über Bluetooth-Technologie2.

Die Funktionsweise der TV-Streamer ist leicht erklärt: Der Streamer wird an den Fernseher angeschlossen, die Hörgeräte verbinden sich drahtlos mit dem Streamer und der Fernsehton gelangt direkt über die Hörgeräte in die Ohren. An den Hörgeräten selbst oder aber mithilfe der App hat der Nutzer dann die Möglichkeit, die Lautstärke zu regeln und weitere Klangeinstellungen vorzunehmen.

Nebenbei lösen TV-Adapter außerdem ein anderes, eng mit der Fernsehproblematik verbundenes Problem: Die Lautstärke des Tons, der am Hörgerät ankommt, ist separat vom eigentlichen Fernsehton regelbar. Es wird also nie wieder Diskrepanzen zwischen schwerhörigen und nicht schwerhörigen Personen beim gemeinsamen Fernsehen geben – zumindest nicht aufgrund der Lautstärke.

Einfache und praktische Handhabung

Kompatible TV-Adapter werden von den meisten Hörgeräteherstellern angeboten. Vor der Nutzung müssen die Hörgeräte einmalig mit dem Streamer gekoppelt werden. Von da an verbinden sie sich, sobald er eingeschaltet ist automatisch. Auch praktisch: Oft können mehrere Hörgerätepaare mit nur einem Adapter verbunden werden.

Das Thema TV-Adapter scheint mitunter mangels Beratung so unbekannt zu sein. Von allen Hörgeräteträgern nutzen nur etwa 6 % die Möglichkeit, den Fernsehton per Bluetooth über TV-Adapter direkt in die Hörgeräte zu streamen1. Knapp 50 % der Nutzer von Hörgeräten sind über diese Lösungen überhaupt nicht informiert. Doch von denjenigen, die diese nutzen, sind 83 % begeistert2.

Sie sind schwerhörig und tragen Hörgeräte? Informieren Sie sich doch bei einem Hörakustik-Fachgeschäft in Ihrer Nähe über sein TV-Adapter-Angebot. Die Mitarbeiter helfen Ihnen gerne weiter.


1 AGF in Zusammenarbeit mit GfK, TV-Scope, Fernsehpanel (D+EU)

2 GFK Handelspanel 2018

3 HIM (Hearing Instruments Monitor)-Studie des Verbraucherportals meinhoergeraet.de in Zusammenarbeit mit der audiolofischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen.

4 EuroTrak-Studie 2018 des Schweizer Marktforschungsunternehmens Anovum im Auftrag der Europäischen Vereinigung der Hörgerätehersteller (EHIMA) mit Blick auf Deutschland


Zum Weiterlesen:

Fernsehen mit Hörgeräten


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