Studie: Rauchen schädigt das Hörvermögen

Veröffentlicht am 10.04.2018
Studie: Rauchen schädigt das Hörvermögen

Kaum ein Thema spaltet die Gesellschaft so sehr wie das Rauchen. Ein Dauerthema, dass spätestens dann deutlich wird, wenn man abends durch die Städte streift, und nicht selten an den bekannten Grüppchen vor hiesigen Gaststätten oder Kneipen vorbeiläuft. Dass das Rauchen ungesund ist, ist hinlänglich bekannt. Auch das Gehör kann Schaden nehmen. 

Neue Langzeitstudie deckt auf

Eine Langzeitstudie aus Japan hat im Zeitraum von 2008 bis 2015 bei 50.000 Teilnehmern jährlich einen Hörtest durchgeführt und die Hörfähigkeit bewertet. Unter den Teilnehmern waren größtenteils Raucher. Die Raucher wurden in verschiedenen Kategorien eingeteilt, je nach konsumierter Menge am Tag.

Die Patienten wurden komplett erfasst

Bei der Studie wurden vier Gruppen eingeteilt in Nichtraucher, Gelegenheitsraucher (eine bis zehn Zigaretten pro Tag), Raucher (elf bis 20 Zigaretten am Tag) und starke Raucher (mehr als 20 Zigarette pro Tag). Zudem wurden aber auch noch Nichtraucher betrachtet, die das Rauchen aufgegeben haben. Diese wurden ebenfalls unterteilt in weniger als fünf Jahre, fünf bis neun Jahre und mehr oder genau zehn Jahre rauchfrei. Mit dieser zweiten Probandengruppe hat man untersucht, ob es auch wieder zu einer Besserung des Hörverlustes oder des Risikos kommen kann.

Außerdem wurde auch der Lebensstil mit in Betracht gezogen, der Gesundheitszustand wurde gecheckt, das Geschlecht und das Alter wurden mit zu den Ergebnissen hinzugenommen und das Arbeitsumfeld wurde durchleuchtet, um sich ein gutes Bild von den Patienten machen zu können und eine aussagekräftige Studie führen zu können.

Studien zeigen, dass Rauchen das Gehör schädigt
© Pixabay Janekszy46

Die Ergebnisse erschrecken

Während der Studie wurden die Probanden jährlich einem Hörtest unterzogen, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen und eventuelle Aussagen treffen zu können, ob die Dauer auch eine Rolle spielt. Und das spielt sie, wie die Ergebnisse zeigen.

In der Langzeitbetrachtung haben insgesamt mehr als 3500 Teilnehmer eine Hörminderung im Hochfrequenzbereich erlitten und über 1500 im Niedrigfrequenzbereich. Also knapp 10 Prozent aller Teilnehmer. Dieser Anteil ist international mit anderen Studien vergleichbar. Unter den Rauchern jedoch entwickelten sich verglichen mit den Nichtrauchern anteilig 16% im Hoch- und 12% im Niedrigfrequenzbereich mehr Defizite im Hörvermögen. Ein recht klares Ergebnis.

Auch spannend: Bei ehemaligen Rauchern verringerte sich das Risiko auf 12% im Hoch- und 9% im Niedrigfrequenzbereich. Das Sinken des Risikos stellte sich schon bei der Gruppe ein, die weniger als fünf Jahre Rauchfrei waren.

Resultat ähnlich anderer Studie aus England

Das Resultat dieser Studie zeigt, dass Rauchen das Risiko einen Hörverlust zu erleiden erhöht, vor allem im Hochfrequenzbereich. Dieses Ergebnis deckt sich mit dem Ergebnis einer anderen Studie aus England, bei der zwar weniger Patienten betrachten wurden, aber trotzdem die gleiche Schlussfolgerung zu verzeichnen war. Auch hier war das Risiko für Raucher 15% höher Hörschäden zu bekommen, als bei Nichtrauchern und Gelegenheitsrauchern. Wobei die Studie aus Japan Raucher direkt mit Nichtrauchern vergleicht.

Mit den Ergebnissen lässt sich sagen, dass es sich zu jeder Zeit lohnt das Rauchen aufzugeben. Damit verringert sich bekanntermaßen das Risiko für Hörverlust und auch Herz-Gefäß-Erkrankungen. Wir raten: ein Hörtest gibt Klarheit über Ihr individuelles Hörvermögen. Lassen Sie Ihr Gehör überprüfen, ob Sie Raucher sind oder nicht. Hörgeräteakustiker bieten Höranalysen kostenfrei an.


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