Barbie bekommt Hörgeräte

Barbie bekommt Hörgeräte

Als die US-Amerikanerin Ruth Handler 1959 die Barbiepuppe erfand, trat sie einen riesigen Hype los. Bis heute dauert er an, jedes Kind hatte zumindest schon einmal eine Barbie in der Hand. Und genau deshalb gibt es nun eine Barbie mit Hörgeräten. Laut Barbie-Hersteller Mattel sei es wichtig, dass sich Kinder in ihren Spielzeugen wiederfinden. Die „Barbie Fashionistas“-Reihe umfasst daher weibliche und männliche Puppen ohne und mit Behinderungen: Neben einer Hörgeräteträgerin gibt es auch solche mit Beinprothesen oder Hautkrankheiten – mit unterschiedlichen Körpertypen, Hauttönen, Haarfarben und Gesichtsmerkmalen.

1945 gründete das Ehepaar Ruth und Elliot Handler die Spielwarenfirma Mattel: Zunächst verkaufte sie Puppenmöbel, bis Ruth Handler die Barbiepuppe erfand, die sich zum Verkaufsschlager etablierte. Zahlreiche Barbies später – sie war unter anderem Modedesignerin, Pilotin, Polizistin, Kauffrau für Büromanagement oder Wahlkampfmanagerin – ist Mattel heute nach Lego zweitgrößte Spielzeughersteller der Welt.

Barbie trägt nun einen hohen Zopf und deutlich sichtbare, pinke Hörgeräte.

Barbie ist sich ihrer Verantwortung bewusst

Die Firma sei sich daher durchaus darüber bewusst, dass sich die Vielfalt der angebotenen Produkte auf seine Kunden und ihr Gefühl von Zugehörigkeit auswirke, berichtet Mattels britische Marketingleiterin Kelly Philip dem Magazin Business Insider. „Die Fashionistas-Kollektion begann mit einer Vielzahl von Hauttönen, Haarfarben und -strukturen, Augenfarben und Gesichtsstrukturen. Seitdem hat sie sich erweitert, um Körpervielfalt wiederzuspiegeln – dazu gehören dauerhafte Behinderungen, Puppen ohne Haare und Puppen mit Hautkrankheiten wie Vitiligo.“

Hörgeräte nach Realvorbild

Besonders eine Barbie mit Hörgeräten hätten sich viele Kinder gewünscht. Die gehörlose Schauspielerin und Gewinnerin des britischen „Let’s Dance“ Ayling-Ellis beispielsweise habe ihren Barbies immer Hörgeräte aufgemalt, um sich mit ihnen zu identifizieren. Gestalterische Unterstützung hat sich der Spielzeughersteller bei der Audiologie-Expertin Dr. Jen Richardson aus Wisconsin geholt, die selbst mit Barbie aufgewachsen sei.

Die "Barbie Fashionistas"-Reihe spiegelt die Diversität im echten Leben wider.

„Ich fühle mich geehrt, mit Barbie zusammenzuarbeiten, um ein genaues Abbild einer Puppe mit Hinter-dem-Ohr-Hörgerät zu schaffen. Als pädagogische Audiologin mit mehr als 18 Jahren Erfahrung in der Behandlung von Hörverlusten ist es für mich sehr inspirierend, dass es nun eine Puppe gibt, die ihr Leben mit einem Hörgerät meistert. Ich bin überglücklich, dass meine jungen Patienten mit einer Puppe spielen können, die aussieht wie sie.“, sagte Richardson. Eine ihrer Patientinnen, die neunjährige Addison Anderson, bestätigte: „Ich habe mich richtig gefreut, als ich davon gehört habe. Endlich kommt eine Barbie mit Hörgeräten heraus.“

Diversität ist das Stichwort der „Barbie-Fashionistas“-Kollektion. Seit 2015 wurden mehr als 175 Barbies und Kens gestaltet, die unterschiedliche Hauttöne, Haarfarben und -strukturen, Augenfarben und Körpertypen haben – und nun auch körperliche Beeinträchtigungen. Es ist bekannt, welch großen Einfluss Spielzeug auf die Entwicklung der Kinder hat. Vielleicht kann diese Entwicklung ja wirklich etwas verändern. Übrigens: Falls Ihr Kind ein Hörgerät benötigt, berät Sie ein Pädakustiker gerne und umfangreich über kindgerechte Lösungen – nicht nur in pink.


Zum Weiterlesen:

NDR und SWR mit Beiträgen rund ums Thema Hörgeräte

Zukunftsweisende Forschung: Medikament gegen Hörverlust




Quellen:

https://www.businessinsider.de/wirtschaft/handel/neue-barbie-kollektion-mattel-produziert-puppen-mit-hoergeraeten-und-prothesen-b/

https://news.mattel.de/pressreleases/barbie-r-stellt-erstmals-puppe-mit-hinter-dem-ohr-hoergeraet-und-ken-mit-vitiligo-vor-3180915

https://spectrumnews1.com/wi/milwaukee/news/2022/07/13/dane-county-doctor-helps-barbie-debut-hot-pink-hearing-aids


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