EUHA 2017 Trend: Smart Hearing – Vernetzung von Hörgeräte

Veröffentlicht am 18.10.2017

Trend: Direct-Streaming in die Hörgeräte ohne Zubehör 

Smart Hearing - Vernetzung von Hörgeräten

Auch in diesem Jahr setzt sich der Trend der vernetzten Hörgeräte fort. Phonak präsentiert mit Phonak SWORD und Phonak Audéo B-Direct seine eigene Bluetooth-Anbindung zur direkten Anbindung der Hörgeräte mit allen Smartphones, unabhängig deren Betriebssystem. Während die anderen „Big 5“ Hersteller, wie ReSound, Starkey, Signia, Oticon und Widex, den Apple-lizensierten Bluetooth Low Energy Standard nutzen und ausschließlich für iPhone die kabellose Audio-Übertragung zum Hörgerät ermöglichen.

„Made for iPhone“ oder „Made for all“ – Hörgeräte mit Bluetooth

Bluetooth ist nicht gleich Bluetooth. Erst durch Apple wurde es möglich den Bluetooth Low Energy Standard für Hörgeräte zu nutzen. Bluetooth Low Energy ermöglicht ein direktes Audiostreaming, das zudem energieeffizient arbeitet und gleichzeitig eine binaurale Synchronisation zwischen den Hörgeräten umsetzt. Letzteres ist vor allem entscheidend bei der genauen Lokalisation von Geräuschen und Gesprächspartnern. Besonders die gleichmäßige Übertragung auf beiden Ohren erleichtert das Hören mit "Made for iPhone" Hörgeräten. Android-Nutzer bekommen den gleichen Funktionsumfang in Verbindung mit einem separaten Zubehör, der das Android-Signal entschlüsselt und für die Hörgeräte nutzbar macht.

Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe

Phonak hingegen nutzt mit seiner aktuellen Chip-Technologie Phonak SWORD™ und seinen Hörgeräten Phonak Phonak Audéo B-Direct sowie Phonak Virto, als einziger Hersteller eine eigene Bluetooth-Verbindung, die auf Bluetooth Classic basiert. Damit kann jedes Smartphone, egal ob iPhone, Android oder Google, direkt mit den „Made for all“ Hörgeräten verbunden werden, ohne das weiteres Zubehör erforderlich ist. Ein wesentliches Kennzeichen der Bluetooth-Classic Verbindung ist der Verzicht auf den binauralen Abgleich zwischen den Hörgeräten und damit auf das stereophone Hören.

Neben der direkten Audioübertragung, fungiert die App auch als Fernbedienung zur Regulierung der Hörgeräte. Auch Bewegungssensoren des iPhones, wie bei Signia Pure 13 Carat px, werden zur besseren Anpassung der Hörgeräte an die dynamische Hörumgebung bereits genutzt. Gleichzeitig ist die 2,4 GHz-Technologie auch Basis für eine optional nutzbare, gemeinsame Cloud zwischen Hörgeräteträger und Hörakustiker. Via Fernwartung kann dabei die Hörgeräteeinstellung optimiert werden. Aktuell wird die virtuelle Kundenbetreuung via App über den Online Service von ReSound und TeleCare von Signia angeboten.

2,4 GHz- Technologie: barrierefreies Hören mit Hörgeräten

Oticon Opn und die Möglichkeiten mit IFTTT

Doch nicht nur persönliche Audio-Endgeräte können über die 2,4 GHz-Schnittstelle in die Hörgeräte übertragen werden. In verschiedenen Projektstudien untersucht ReSound zum Beispiel mit der Hausgerätemarke Miele Cie.KG und der Deutschen Bahn, wie das Alltagsleben für Hörgeräteträger mit der 2,4GHz-Technologie erleichtert werden kann.

Oticon nutzt mit Oticon Opn dazu bereits die Verbindung zum Internetdienst IFTTT (If This Than That), um viele Geräte und Dienstleistungen des Alltagslebens mit den Hörgeräten zu verknüpfen. Oticon Opn ist damit das erste Hörgerät welches direkt mit dem Internet verbunden ist und sowohl Signale aussenden als auch empfangen kann. Klingelt es also an der Tür und Sie befinden sich gerade im Garten, machen ihre Hörgeräte Sie mittels Signalton auf die Türklingel aufmerksam und Sie können zusätzlich eine Nachricht über ihr Handy „es hat an der Tür geklingelt“ beispielsweise erhalten.

Tipp für Hörakustiker: der Fachnewsletter von meinhoergeraet.de

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