Forscher decken auf: Hälfte aller Schwerhörigkeiten sind genetisch bedingt.

Veröffentlicht am 03.01.2018

Genetiker therapieren defektes Schwerhörigkeits-Gen 

Forscher therapieren Schwerhörigkeits-Gen

Mit Böllern und Raketen wurde das Neue Jahr 2018 begrüßt. Was für das Auge oftmals schön anzusehen war und ist, kann für die Ohren ab einem bestimmten Lautstärkepegel schädigend sein. Jedoch gibt es neben Lärm und anderen ungeahnten Ursachen von Schwerhörigkeit auch genetische Auslöser einer Innenohrschwerhörigkeit.

Forscher gehen laut aerzteblatt.de sogar davon aus, dass die Hälfte aller Schwerhörigkeiten genetisch bedingt sind. So tüfteln sie bereits seit circa fünf Jahren an lebenden Zellen, wie das Erbgut mittels sogenannter Genom-Editoren gezielt verändert werden kann. Ein Meilenstein könnte nun dem Forscherteam um David Liu vom Broad Institute in Cam­bridge/Massachusetts vor kurzem gelungen sein. Sie stoppten die Entwicklung einer autosomal-dominant vererbten Taubheit bei Mäusen durch eine einmalige Injektion eines Genom-Editors.

Defektes Gen sorgt für Schwerhörigkeit

DNA-Strang mit spezifischer Protein-Verbindung

Genetische Ursache einer Innenohrschwerhörigkeit

Schlüsselstelle für das Verstehen allgemein, sind die inneren Haarsinneszellen im Hörorgan. Davon hat jedes menschliche Ohr etwa 3.000 Stück, wovon jede einzelne für das Weiterleiten einer bestimmten Frequenz zuständig und leider auch unersetzlich ist. Um die akustischen Schallwellen in Nervenimpulse für das Gehirn zu wandeln, sind Proteine notwendig. Diese bilden in ihrer Zusammensetzung ein Gen. Liegt in der Zusammensetzung ein Defekt vor, kann es zu Übertragungen von Fehlinformationen und damit zum falschen Verstehen kommen.

Erblich bedingte Schwerhörigkeit geheilt

David Liu untersuchte speziell das Tmc1-Protein, dessen Schädigung bei Menschen innerhalb von 10-15 Jahren zur völligen Taubheit führt. Für seine Forschung mutierte er das Tmc1-Protein bei Mäusen und löste damit die Taubheit aus. Zudem wurden den neugeborenen Mäusen der Genom-Editor CRISPR-Cas9 in den Bereich der Hörschnecke injiziert, in dem sich auch die Haarsinneszellen befinden. Genom-Editoren suchen sich präzise das defekte Gen und schneiden es vom Informationsfluss ab. Fehlinformationen werden somit in ihrer Übertragung gestoppt.

Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe

Mit nur einer Injektion wurden 94 Prozent aller mutierten Gene erkannt und zerstört, so dass die korrekte Übertragungsfunktion teilweise wiederhergestellt werden konnte. Beobachten ließ sich dieses Phänomen an der instinktiven physischen „Schreckreaktion“ der Mäuse auf laute Geräusche. Während nach acht Wochen die unbehandelten Mäuse völlig ertaubt waren und auf keinerlei laute Geräusche reagierten, blieb die instinktive „Schreckreaktion“ bei den Genom-editierten Mäusen erhalten. Nachzulesen, gibt es die Erkenntnisse in englischer Sprache hier: CRISPR therapy preserves hearing in progressive deafness model.

Ob diese Methode, die ja doch ethisch umstritten ist, auch am Menschen zum Einsatz kommen wird, ist bis jetzt noch nicht absehbar. Allerdings ist die Ursachenforschung der auslösenden Mutation eine gute Voraussetzung für das Gelingen einer Therapie. Eine gute Erkenntnis über das eigene Hörvermögen erhalten Sie hingegen, injektionsfrei, bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe. Mittels Kopfhörer wird dabei geprüft, bei welcher Lautstärke Ihre Ohren anfangen zu hören. Und dass innerhalb weniger Minuten, kostenfrei, unverbindlich und in Kombination mit einem persönlichen Informationsgespräch. Probieren Sie es aus. Damit auch Ihre Ohren in ein gesundes Neues Jahr starten.

Bilder: pixabay