Wer hätte das gedacht? Bundesbürger greifen tatsächlich immer früher zu Hörgeräten.

Veröffentlicht am 22.06.2018

Hemmschwelle für Hörgeräte sinkt zunehmend

Die Hemmschwelle, trotz kleinster Bauweisen und multifunktionaler Technologien, für Hörgeräte ist nach wie vor vorhanden. Doch erstaunlicher Weise bricht dieses Stigma in der jüngeren Generation immer mehr auf. Sei es durch die stärkere persönliche Achtsamkeit mit dem intensiveren Bewusstwerden über die Auswirkungen einer Schwerhörigkeit, deren Ausmaße mit länger verstreichender Zeit eher zu- statt abnehmen oder durch den technologischen Fortschritt.

So lassen sich aktuelle Hörgeräte-Technologien via Bluetooth mit dem Smartphone kombinieren und per App hinsichtlich ihrer Lautstärke, Kang und Hörrichtung regulieren. Ja, Hörgeräteträger werden auch mit ihrer Hörgeräteeinstellung zunehmend flexibler und können sich ihre Hörvorlieben im Hier und Jetzt sogar selbst in gewissem Maße optimieren.

Mehr Lebensqualität durch besseres Hören mit Hörgeräten

Hörverlustsimulator: So hört sich Musik mit einem Hörverlust an.
© HeartheWorld

Nach Schätzungen der Bundesinnung der Hörakustiker, als Interessenvertretung der Branche, müssten Schwerhörigkeiten im durchschnittlichen Alter von 60 Jahren versorgt werden. Auf alle Fälle rechtzeitig genug, um bei einer beginnenden Schwerhörigkeit die maximale Verstehleistung des Ohres und besonders des Gehirns zu erhalten.

Auch wenn der Schritt zu einem Hörgerät vielen schwer fällt, schätzen immer mehr Betroffene die durchs besser Hören bedingte höhere Lebensqualität. Lag das Durchschnittsalter von willigen Betroffenen mit einer Schwerhörigkeit vor 10 Jahren noch bei 72 Jahren, konnte im letzten Jahr der Trend zur früheren Versorgung mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren bestätigt werden.

Krankenkassen sind sich einig: Das sind die häufigsten Ausreden bei einer Schwerhörigkeit.

Die Techniker Krankenkasse (TK), als größte gesetzliche Krankenkasse, sieht die Eitelkeit als mögliche Ursache für den späten Schritt zur Hörgeräteversorgung. Oftmals geht diese mit einer resignierenden Haltung einher. "Radio und Fernseher können lauter gestellt werden, vielleicht ist der eine oder andere auch einmal froh, manches nicht zu hören." ist nur eine der vielen Ausreden, um sich vermeintlich mit dem Thema der eigenen Schwerhörigkeit nicht auseinandersetzen zu müssen.

Ein Sprecher der Barmer, bestätigt die offenkundlichen Annahmen mit seinen alltäglichen Erfahrungen: "Ein Blick auf die Anträge von Hörgeräten zeigt, dass diese öfter bereits fortgeschrittene Hörverluste beinhalten und nur selten geringe.“ Sicherlich auch ein Zeichen dafür, dass eine Schwerhörigkeit sich oftmals schleichend einstellen kann und die Gewöhnung an den desolaten Zustand der Ohren mucksmäuschenstill erfolgt.

Doch ein gutes Hören ist nicht nur wichtig, um einen netten Nachbarschaftsplausch zu halten, sondern essentiell für die räumliche Orientierung und das sichere Bewegen m Alltag. Dabei lässt sich sogar manches Missverständnis vermeiden, welches oftmals durch ein schlechtes Hören und damit falsches Verstehen hervorgerufen wird. Glücklicher und sicherer scheint es sich mit einem guten Gehör allemal leben zu lassen und das sollte Grund genug sein, achtsamer mit dem eigenen Gehör umzugehen und es regelmäßig per Hörtest überprüfen zu lassen.

Krankenkassen ermöglichen aufzahlungsfreie Hörgeräteversorgung

Schon gewusst? Hörgeräte werden von den Krankenkassen gefördert. Im Rahmen einer Hörgeräte Zuzahlung, die eine komplette aufzahlungsfreie Hörgeräteversorgung gewährleistet, ermöglichen die Krankenkassen in Kooperation mit HNO-Ärzten und Hörakustikern jedem Versicherten ein besseres Hören. Die Grundversorgung ist damit gesichert und wird von jedem Hörakustiker angeboten. Wer mehr Komfort möchte, zahlt ausschließlich die Differenz. Für eine kostenlose Beratung und ein mögliches Probetragen der kleinen Technikwunder gelten Hörakustiker als beste Ansprechpartner.