Digitale Hörgeräte

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Richtungsweisende Hörgeräte-Technik der letzten Jahre

Mit viel Herzblut forschen mehrere hundert Ingenieure und Wissenschaftler aller Hörgerätehersteller an der technischen Weiterentwicklungen und Innovationen für Hörgeräte. Und alle mit demselben Ziel: den bestmöglichen Ausgleich eines Hörverlustes und maximaler Komfort beim Tragen von Hörgeräten. Die Geschichte der Hörgeräte zeigt, dass dieser Einsatz von Erfolg gekrönt ist. Heute sind Hörgeräte winzige drahtlos vernetzte Produkte mit einer intelligenten Erkennung von Hörsituationen. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Hörgeräte Vergleich.

Seit der Einführung der Voll-Digitaltechnik, sprich der Digitalisierung der Signalverarbeitung und der digitalen Einstellung der Hörgeräte über eine Software, haben sich eine Menge neuer Möglichkeiten ergeben. Die nachfolgenden Technologien sind daher nur eine Auswahl wegweisender Innovationen, die Einfluss auf die gesamte Branche hatten.

Binaurales Hören/ Ohr-zu-Ohr Synchronisation – prämiert mit dem Deutschen Zukunftspreis 2012

Bild binaurale HörgeräteDie Grundlage für diese Technologie ist das natürliche Hören eines gesunden Menschen: Ähnlich wie beim Sehen entsteht beim Hören nur dann ein räumlicher Eindruck, wenn das Zusammenspiel beider Ohren berücksichtigt wird. Doch selbst mit digitalen Hörgeräten ist das nicht so einfach, denn jedes Ohr hat in der Regel ein eigenes Hörgerät mit jeweils anderer, individuell angepasster Einstellung. Die Idee war es, eine Kommunikation zwischen beiden Geräten herzustellen. Und das nicht per Kabel, sondern per Funk. Doch nicht nur das: die unterschiedlichen Höreindrücke beider Seiten, z.B. durch Lärm von rechts und Sprache von links, werden durch hochkomplexe, mathematische Verfahren miteinander verglichen und die Einstellungen dann aufeinander und automatisch abgestimmt. Das sorgt für einen harmonischen und vor allem räumlichen Höreindruck. Auch das Sprachverstehen wird dadurch deutlich verbessert. Siemens nennt diese Technologie e2e wireless, also „Ohr zu Ohr drahtlos“, und Phonak „QuickSync“. Andere Hersteller sprechen von Binauraler Sychronisation.

Frequenzkompression – Nichthörbares hörbar machen

Frequenzkompression Von der Frequenzkompression profitieren vor allem Menschen mit starker Schwerhörigkeit, die Signale zwischen 4 und 8 kHz nicht mehr wahrnehmen können, dazu gehören z.B. Vogelgesang, Grillenzirpen, Kinderstimmen oder Türklingeln. Auch hier ist die Idee einfach und zugleich genial: hohe, nicht mehr nutzbare Frequenzanteile werden in hörbare Bereiche „zusammengepresst“ und verschoben. Der wahrnehmbare Frequenzbereich wird damit erweitert und das Sprachverstehen gleichzeitig verbessert. Ein Trick, der großen Anklang bei den Trägern digitaler Hörgeräte findet. Vorreiter dieser Technik war Phonak mit SoundRecover. Widex nannte seine vergleichbare Technik „Hörbereichserweiterung“ und verschob die hochfrequenten Bereiche einfach eine Oktave nach unten. Helles klingt dadurch dumpf. Starkeys „Spektral IQ“ hingegen konzentriert sich nur auf die hellen Sprachlaute und kopiert diese in die hörbaren Bereich. Auch Hersteller wie Unitron, Siemens, AudioService und Hansaton zogen nach und bieten nun diese Technik an.

Direktionale Richt-Mikrofone für besseres Sprachverstehen

RichtmikrofonHörgeräte nehmen die Sprachsignale in erster Linie von vorne auf, da davon ausgegangen wird, dass Unterhaltungen in der Regel in dieser Art stattfinden. Das Sprachverstehen wird insbesondere in geräuschvollen Kulissen, z.B. in Restaurants oder auf Partys, deutlich verbessert. Diese Aufgabe übernimmt das Richtmikrofon. „Adaptive, direktionale Mikrofone“ verfeinern dieses Prinzip und folgen sich bewegenden, störenden Geräuschen und filtern diese heraus, z.B. Stimmen von hinten oder von den Seiten. „Mehrkanalige, adaptive Richtmikrofone“ können diese Störgeräusche außerdem aufgrund ihrer Frequenz unterscheiden, nachverfolgen und anschließend herausfiltern, bzw. dämpfen.