Studie deckt auf: eine Schwerhörigkeit hat knapp 1.000 Folgen

Veröffentlicht am 30.11.2017

Knapp 1.000 wissenschaftlich belegte Folgen einer Schwerhörigkeit

Auswirkung einer Schwerhörigkeit auf Angehörige

Lauter Fernseher, häufiges Nachfragen oder Resignation mit der Folge des Rückzugs aus dem gesellschaftlichen Leben zählen zu den bekanntesten Auswirkungen einer Schwerhörigkeit. Doch wussten Sie, dass es allein 996 verschiedene, wissenschaftlich belegte, Beschwerden gibt, die das Leben mit einer Schwerhörigkeit nach sich ziehen kann? Zu dieser Erkenntnis kam eine wissenschaftliche Studie von Audiologen, die am 5. Oktober 2017 veröffentlicht wurde. Das Forschungsteam um Vanessa Vas, Audiologin der britischen Universität Nottingham, machte es sich zur Aufgabe, die untersuchten Alltagsschwierigkeiten aus der Sicht von Hörbeeinträchtigten und ihren Kommunikationspartnern zu analysieren.

Suche nach Alltagsbeschwerden mit Hörverlust zeigt 12.096 Studien-Datensätze

Ferner lag es dem Team um Vanessa Vas nicht daran eine neue Studie zur Erhebung der Hörverlustbedingten Probleme durchzuführen, sondern bereits existierende Studienergebnisse zusammenzufassen. Zur Beurteilung der Auswirkungen einer Schwerhörigkeit, konnten aus 12.096 elektronisch angezeigten, englischsprachigen Studien-Datensätzen der vollständigkeitshalber lediglich 78 Studien zur Untersuchung herangezogen werden. Als Untersuchungszeitraum wurde der 1.Mai 1982* bis 3.Mai 2017 festgelegt. Dabei wurden 996 gemeldete Beschwerden von insgesamt 20.306 Teilnehmer/innen im Alter zwischen 18 und 92 Jahren ausgewertet und in drei Schwerpunktkategorien hinsichtlich Ihrer Auswirkung untergliedert.

So wirkt sich eine Schwerhörigkeit auf Angehörige aus

Qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe

Alle 78 Studien deckten sich in ihren Erkenntnissen, über die Auswirkungen einer Schwerhörigkeit. Denn diese beeinträchtigt nicht nur die reine Hörwahrnehmung, sondern besonders das soziale Leben und das eigene Selbstwertgefühl. Die üblichen Problematiken von Hörstörungen, wie ein erhöhter Lautstärkebedarf beim Fernsehen oder Schwierigkeiten beim Verstehen in lauten Umgebungen sowie in Gesprächsgruppen, zeigen beachtliche Folgen bei den Angehörigen.

Diese bemängelten die zunehmende Belastung durch die Übernahme zusätzlicher Verantwortungen für den hörbeeinträchtigten Partner. Verstärkt müssen sie Telefongespräche, die für den Partner bestimmt sind, übernehmen und auch in Gesprächsrunden fühlen sie sich gezwungen, die Kommunikation zu den Gesprächspartnern zu übernehmen. Getrieben von Mitgefühl und zum Schutz des Partners, passen Angehörige sich oftmals an den veränderten Lebensstil des Partners an. Nicht selten stoßen Angehörige hier an ihre Belastungsgrenze. Denn die unversorgte Schwerhörigkeit trübt ebenso die Freude an sozialen und gemeinsamen Aktivitäten und lässt das „Gefühl der Isolation“ wachsen. Die Entscheidung, das eigene Anliegen mehrfach zu wiederholen oder energiesparend lieber den Alleingang wählen, kann zu größeren Konflikten, Bedrohungen und Missverständnissen in einer Beziehung führen.

Unser Tipp: Lassen Sie es nicht soweit kommen. Ein kostenloser Hörtest bei einem Hörakustiker in Ihrer Nähe und ein unverbindliches Beratungsgespräch geben Ihnen Aufschluss, ob es Zeit zum Handeln ist.

Die komplette Studie zum Download gibt’s hier: hier

* Einführung des allerersten Fragebogens zur Erfassung von Hörbeeinträchtigung (HHIE=Hearing Handicap Inventory Elderly) von Ventry&Weinstein

Bild: pixabay