Studie EuroTrak 2018: Anzahl der Hörgeräteträger und Zufriedenheit steigt

Veröffentlicht am 08.08.2018
Studie EuroTrak 2018: Anzahl der Hörgeräteträger und Zufriedenheit steigt

Das alte Stigma von Hörgeräten „machen alt, pfeifen, sind hässlich“, scheint sich zunehmend aufzulösen und gar zu wandeln. Das lässt sich zumindest aus den aktuellen Zahlen des Züricher Marktforschungsunternehmen Anovum im Auftrag der Europäischen Vereinigung der Hörgerätehersteller (EHIMA) entnehmen, die länderspezifisch in unregelmäßigen Abständen (in Deutschland: 2009/2015/2018) erhoben werden. Auch 2018 weist ein Plus an Versorgungen und deren damit verbundene Zufriedenheit auf.

Hohe Zufriedenheit und Versorgungsquote in Deutschland

Mehr als 13.500 Interviews wurden in Deutschland durchgeführt, bei denen Erwachsene Menschen hinsichtlich ihrer Hörfähigkeit befragt wurden. Erstaunlich war, dass jeder Siebte glaubte schlecht zu hören und jeder Achte über eine vorliegende Hörminderung bescheid wusste. Die weiteren Ausführungen beziehen sich daher ausschließlich auf die Zahlen der wissenden Betroffenen.

Waren es 2015 in Deutschland noch 35 Prozent aller Schwerhörigen die Hörgeräte trugen, so sind es heute bereits 37. Rückblickend würden sich sogar sechs von zehn Trägern viel früher mit Hörsystemen versorgen lassen. Ob durch bundesweiten Öffentlichkeitsarbeiten zur Aufklärung der Auswirkungen von Hörminderungen in Beruf und Alltag, wie zum Beispiel durch die Fördergemeinschaft Gutes Hören, oder durch das stärker werdende eigene Gesundheits-Bewusstsein, der Trend geht kontinuierlich Richtung rechtzeitiger Versorgung.

Immer mehr zufriedene Hörgeräteträger in Europa.

In Deutschland sind 97 Prozent der wissenden Schwerhörigen mit ihrer Versorgung zufrieden. Doch mehr als 50 Prozent der Nicht-Versorgten wissen nicht, dass Hörgeräte von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst werden. Diese gewähren jedem Versicherten, mit entsprechender Indikation eines Hörverlustes, einen Zuschuss in Höhe eines Festbetrages. Die Grundversorgung mit Hörgeräten ist dadurch in Deutschland gesichert. Gleichzeitig steht es jedem offen, den Standard mit weiteren Zusatzfunktionen für einen höheren Hörkomfort zu erweitern. Diese Mehrfunktionen, die auch zu einer höheren Zufriedenheit im Tragen der Hörgeräte beitragen, sind selbst zu tragen.

Bei der Auswahl der passenden Hörsysteme zeichnet sich besonders der hohe Beratungsstandard und die persönliche Expertise des Hörakustikers aus. Zahlreiche und sehr gut angenommene Weiterbildungsmöglichkeiten sichern diesen Standard und tragen zur Zufriedenheit der Betroffenen maßgeblich bei.

EuroTrak 2018: Zufriedenheit mit Hörgeräten im Ländervergleich

Eine identische Zufriedenheitsquote mit 97 Prozent und ein Anstieg der der Versorgungen auf 41 Prozent (2015: 34,1 Prozent) ist auch in Frankreich zu beobachten. Lediglich Polen weicht trotz gleicher Zufriedenheitsquote in der Versorgungsquote mit 18 Prozent stark im europäischen Ländervergleich ab und bildet hier das Schlusslicht.

In den Nachbarländern, wie Dänemark und England wird die Hörgeräteversorgung staatlich gefördert und erfolgt meist in Kliniken. Beide Länder liegen in der Versorgungsquote mit 48 Prozent gleichauf und deutlich höher als Deutschland. Jedoch wandern nach dänischen Insider-Schätzungen ca. 40 Prozent der Hörsysteme in die Schublade und werden nicht genutzt.

Insgesamt verzeichnet Europa auch 2018 einen Anstieg an Hörgeräteversorgungen und geht mit zunehmender Träger-Zufriedenheit einher.

Tendenz der Hörgeräteversorgungen: „Je früher desto besser!“

Der Trend, sich schneller mit Hörsystemen versorgen zu lassen, zeigt sich besonders in der Altersgruppe der 45-64jährigen.

Dem geneigten Leser stellt sich vielleicht nun die Frage, wie sich das beste Hörsystem für einen selbst finden lässt. Nun, zusammengefasst lässt sich die persönliche Zufriedenheit, im gewünschten Mehr- oder Besser-Verstehen, einem angenehmen Klang und auch in einer einfachen Handhabung der Hörgeräte, je nach eigenem Anspruch, erklären.

Umfangreiche Beratungsgespräche, die auf die persönlichen Alltags-Ansprüche und den eigenen Hörbedarf eingehen, können daher ausschließlich bei einem Hörakustiker von Angesicht zu Angesicht erfolgen. Diese sind bestens auf die aktuellsten Hörgerätetechnologien geschult und wissen genau welche Funktionen und Eigenschaften die Lebensqualität des Betroffenen steigern können. Helfen neue Technologien doch Alltagssituation leichter, präziser und vor allem schneller zu analysieren, um dem Träger eine aktive Teilnahme am Gesellschaftsleben zu ermöglichen.

Ein Ansporn, der Hörgerätehersteller zum kontinuierlichem Entwickeln von Spitzentechnologien anregt und das Hörsystem sogar zum multifunktionalen Audiosystem werden lässt. Kein Wunder also, dass in Anbetracht der heutigen Möglichkeiten immer mehr Schwerhörige schneller handeln wenn sogar 97 Prozent der Hörgeräte-Träger bestätigen, dass ihre Hörgeräte zu einer Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen.


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