Klinische Studie belegen müheloseres Hören mit Hörgeräten

Veröffentlicht am 20.12.2018
Klinische Studie belegen müheloseres Hören mit Hörgeräten

„Mach doch mal den Fernseher leiser. Ich kann ja gar nichts am Telefon verstehen.“ Ist nur eine der klassischen Situationen, die uns zeigt, wie anstrengend das Verstehen in lauten oder komplexen Umgebungen sein kann. Selbst bei einem gesunden Gehör ist das Gehirn in lauten Umgebungen stark gefordert ungewollte Geräusche zu filtern und sich auf das Essentielle fokussieren zu können. Ein Hörverlust erschwert dies umso mehr, raubt zusätzlich Energie und kann dadurch schneller zu Hör-Ermüdung, Konzentrations- und auch mentalen Schwächen führen. Schlimmstenfalls schaltet man einfach ab und zieht sich zurück.

Gut, dass neue Hörgerätefunktionen das Hören insgesamt erleichtern und das Verstehen messbar verbessern können. Doch können auch die persönlichen Höranstrengungen beim Hörakustiker gemessen werden?

Leichteres Hören leichteren Hören

Intelligente Hörsysteme machen das Hören leichter.  

Forscher der Jade Hochschule in Oldenburg sehen das Thema Höranstrengung als einen wichtigen Bestandteil in der Hörgeräteversorgung. In einem Forschungsprojekt arbeiten sie an der Entwicklung von praxistauglichen Verfahren zur Messung von Höranstrengung, die in Zukunft auch in Hörakustik-Fachgeschäften angewandt werden können.

So könnten dann auch Hörakustiker messtechnisch ermitteln, mit welchen Hörsystemen Betroffene nicht nur am besten verstehen, sondern auch am leichtesten hören können und diese gezielt für die Einstellung der Hörsysteme nutzen. Gleichzeitig könnte die Visualisierung der persönlichen Höranstrengung Betroffenen gerade in der Findungsphase eine wichtige Entscheidungsgrundlage zur Wahl der Hörsysteme mit geringsten Höraufwand sein.

Einige Studien1 belegen sogar, dass sich mit einer optimalen Hörgeräteversorgung wichtige Hör-Energie sparen lässt und diese vom Gehirn für eine bessere Merkfähigkeit genutzt wird.

Aufgrund ihrer Komplexität werden bislang diverse Messverfahren zur Ermittlung der Höranstrengung nur unter Laboren-Bedingungen durchgeführt. Eine der gängigsten sind dabei die Pupillometrie und die Elektroenzephalografie (EEG). Während bei der Pupillometrie die Reaktion der Pupille auf verschiedene Geräusche untersucht wird und eine hohe objektive Aussagekraft zur menschlichen Höranstrengung bietet, lassen sich mittels EEG die Aktivitäten der Hirnströme in verschiedenen Geräuschdarbietungen messen.

Viele Hörgerätehersteller nutzen in der Entwicklung neuer Hörgerätefunktionen diese Methoden, um ausschließlich hörerleichternde Hörsysteme auf den Markt zu bringen.

Neue Hörgerätefunktionen erleichtern nachweislich das Hören

Die Hörgerätefunktion OpenSound Navigator reduziert die Höranstrengung.  
© Oticon

Bereits 2015 zeigte eine Studie2 der University of Colorado (USA), dass neue Hörgerätefunktionen subjektive Höranstrengungen von „erheblicher Anstrengung" zu „geringer Anstrengung" verschieben können. Dabei wurden speziell in dieser Studie die mit Signia Primax eingeführten Hörgerätefunktionen Direktionalität, Zieldetektor und EchoShield bei seinem Hörsystem Pure untersucht. Funktionen, die störende Geräusche und auch Echo-Effekte wirksam in ihrer Lautstärke reduzieren. Die gleichzeitige Ausrichtung der Mikrofone auf den Gesprächspartner erleichtert dabei das Verstehen und reduziert unnötige Höranstrengungen.

Neue Technologie-Plattformen, wie Signia Nx bauen auf diesen Erkenntnisse auf und erweitern mit neuen Funktionen den Komfort für ein leichteres Hören. 

Auch aktuelle Studien3 des Hörgeräteherstellers Oticon zeigen mittels Pupillometrie, dass sich Höranstrengungen von Schwerhörigen mit der neuen Oticon Opn-Technologie in den Bereich der Höranstrengungen von Normalhörenden verschieben lassen.


Unser Fazit:

Wer schlecht hört und nichts dagegen unternimmt, strengt sich unnötig an. Neue Hörgerätefunktionen können das Hören signifikant erleichtern und das Verstehen um einiges verbessern. Ein leichteres Hören entspannt. Wer seine Hörgeräte regelmäßig trägt, trainiert sogar sein Gehirn und hält es länger fit. Bleiben Sie aktiv und verschaffen Sie sich Gewissheit über Ihre Hörfähigkeit. Machen Sie einen kostenlosen Hörtest. Vereinbaren Sie dazu einfach einen Termin bei einem Hörakustiker und erleben Sie die Erleichterung selbst.


 *Ng, E. H. N., Rudner, M., Lunner, T., et al. (2013). Effects of noise and working memory capacity on memory processing of speech for hearing-aid users. Int J Audiol, 52 (7), 433-441.
** Studie an der University of Northern Colorado, 2015, zur Prüfung der Wirksamkeit neuer Features der primax Plattform mittels fortlaufender Sammlung und Auswertung von Daten per EEG, während die Studienteilnehmer Sprachtests ausführten. Für die primax Features SPEECH und EchoShield, wurde eine signifikante Reduktion der Höranstrengung nachgewiesen, wenn die Features aktiviert waren.
***29 Normalhörende (nach ISO 7029-1984) mit einem mittleren Alter von 66 Jahren und einem mittleren Hörverlust von max. 25 dB HL. Lunner et al., Aging and Speech Communication Conference, 2017.